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„Notgroschen für Senioren“ auf 30.000 Euro aufgestockt

„Notgroschen für Senioren“ auf 30.000 Euro aufgestockt

Rund 9000 Ältere leben derzeit an der Armutsgrenze. Das Projekt der Bürgerstiftung soll der Hilfe im Alltag dienen.

Scham und Stolz: Das sind die häufigsten Gründe, warum sich ältere Menschen nicht trauen, um Hilfe zu bitten. Auch wenn sie diese bitter nötig haben, weil sie in Altersarmut leben.

In Düsseldorf leben rund 9000 Senioren an der Armutsgrenze, die Tendenz ist steigend. Denn die durchschnittliche Rente der rund 112 200 Rentner (Stand: 2016) liegt bei nur 960 Euro. Seit Januar vergangenen Jahres haben Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, Anspruch auf einen Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich. Das reicht oft nicht aus. Wer keinen Pflegegrad hat, hat keinen Anspruch, ist aber möglicherweise auch auf Hilfe angewiesen. Immer häufiger treffen Pflegedienste und die aufsuchende Seniorenhilfe der Stadt daher auf Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Putzarbeiten, Begleitung, das Erledigen von Einkäufen: Viele können die Hilfe schlichtweg nicht bezahlen.

Hier setzt das Bürgerstiftung-Projekt „Notgroschen für Senioren“ an. „Es soll sofort, unbürokratisch und konkret helfen“, sagt Sabine Tüllmann, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung. Und für diese direkte Alltaghilfe wurde das Projekt jetzt von 10 000 Euro pro Jahr auf 30 000 Euro aufgestockt. Jeweils 10 000 Euro übernehmen die Stiftung selbst, die Peter-Michael-Engel-Stiftung und die Stiftung Gemeindienst.

Bedürftige Senioren, die mindestens 65 Jahre alt sind, können maximal ein Jahr lang 120 Euro im Monat erhalten, abzurechnen durch Pflegedienste bei einem Stundensatz von maximal 28 Euro. „In dieser Zeit wird parallel nach einer dauerhaften Lösung und Hilfe gesucht“, betonte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche.

Koordiniert wird das Projekt ehrenamtlich von Kerstin Hommel, Geschäftsführerin des Albratros Kranken- und Palliativpflegedienstes und designiertes Stiftungsratsmitglied. Sie wird soziale Dienste kontaktieren, vor Ort Gespräche mit Betroffenen führen und vertrauenswürdige Dienste für diese Nothilfe akquirieren. Ziel ist es, für jeden Stadtteil mindestens einen Pflegedienst zu gewinnen, der sich beteiligt.