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Notfalls wird auch nachts gearbeitet

Notfalls wird auch nachts gearbeitet

Baustelle: Der Ausbau der Untergeschosse ist abgeschlossen. Jetzt wächst der Breidenbacher Hof langsam in die Höhe.

Düsseldorf. Kreissägen krakeelen, Presslufthämmer dröhnen: Auf der Baustelle an der Königsallee herrscht nach der Mittagspause wieder Hochbetrieb. Dezember 2007 soll er fertig sein, der neue Breidenbacher Hof. Endspurt also für die Architekten, Bauarbeiter und Ingenieure, denn bis Dezember ist noch viel zu tun. Das Fundament steht, jetzt soll der Bau langsam, Geschoss für Geschoss, in die Höhe wachsen.

Mit hochgekrempelten Hemdsärmeln schrauben Bauarbeiter im 1. Obergeschoss Bewehrungseisen zusammen. Anschließend müssen die kiloschweren Stellwände in die richtige Lage gewuchtet werden. Zwischen sie wird später der flüssige Beton gegossen, danach die Wände wieder abgebaut. Bis zu vier Wochen werkeln die Bauarbeiter an einem Stockwerk.

Auch eine Etage tiefer wird hart gearbeitet. Dämm-Material muss auf Betonplatten geschraubt werden. Ein Akkuschrauber kämpft sich durch Beton. Mühsam schleppen Mensur Spahi und seine Kollegen das benötigte Material heran. Dennoch: Im Winter arbeiten er und seine Kollegen besonders gern. "Jetzt ist das Wetter genau richtig. Trocken und kalt. Im Sommer ist es einfach zu heiß. Das macht nicht so einen Spaß", erzählen die Arbeiter. Punkt sieben Uhr beginnt für sie der Arbeitstag auf der Baustelle. Notfalls wird auch bis in die Nacht gearbeitet. "Das ist allerdings eine absolute Ausnahme", sagt Andreas Schulz von der Firma Chandler KBS, die vom Eigentümer "Pearl of Kuwait" mit der Projektsteuerung beauftragt wurde. Über Nacht tauchen Scheinwerfer die Baustelle in gleißend helles Licht. Die sollen vor allem ungeliebten Besuch fernhalten. "Wir wollen ja nicht, dass irgendwelche Spaßvögel da rumklettern", sagt Andreas Schulz.

Im Vergleich zur Betriebsamkeit in den oberen Stockwerke wirken die Untergeschosse, die 15 Meter in die Tiefe reichen, wie ausgestorben. Hier sind die Rohbauarbeiten abgeschlossen. Jetzt müssen elektrische Leitungen verlegt werden. Hermann Lehmbrock schleppt die benötigten Kabelbahnen heran. "Hier soll später einmal die Tiefgarage sein", erzählt der Elektoinstallateur, der die Verlegung der Kabeltrassenbauer überwacht.

Zwei Jahre wird jetzt schon am Breidenbacher Hof gearbeitet. Denn auch die Abbrucharbeiten des alten Hotels haben Zeit gekostet. Dennoch: "Wir sind im Zeitplan. Bis Dezember ist der Bau fertig", erzählt Andreas Schulz. Auch Unplanbares bereitet dem 42-Jährigen keine Sorgen. Schlitzwände schützen den Bau vor einsickerndem Grundwasser. "Selbst bei Hochwasser besteht für die Baustelle keine Gefahr", ist sich Andreas Schulz sicher. Zudem würden bei einem solchen Projekt alle Eventualitäten eingeplant: "Wir gehen immer von dem Schlimmsten aus."

So konnte auch der Sturm keine Schäden am Gebäude anrichten. Rechtzeitig hatte das Baustellenteam die riesigen Baukräne "freigelassen". Heißt: die Verankerung der meterhohen Kräne wird gelockert, so dass diese wie Segel mit dem heranbrausenden Wind schwenken können, ohne in Schieflage zu geraten.