Nostalgisches Karnevalsgefühl

Katholischer Karneval: Sophie findet, dass sie einen jecken Papa hat. Recht hat sie – es ist Prinz Josef I. Jetzt waren sie gemeinsam auf der Bühne.

<strong>Düsseldorf. "Mein Papa, der ist jeck", schmetterte die zehnjährige Sophie am Sonntag in der ausverkauften Stadthalle. Der jecke Papa ist niemand anderes als Prinz Josef I. höchstpersönlich. Und weil dieser gerne einmal gemeinsam mit seinem ebenfalls karnevalsbegeisterten Töchterchen (es trainiert bei der Kindertanzgarde der Katholischen Jugend) auf der Bühne stehen wollte, erlebten die Besucher der Auftaktsitzung der Karnevalsfreunde der Katholischen Jugend (kurz KaKaJu) einen Prinzenaufzug ohne Pauken und Trompeten. Stattdessen schlichen sich die Tollitäten auf leisen Sohlen und zunächst unerkannt auf die Bühne, denn alle Augen waren auf Sophie gerichtet.

Nach diesem reizenden Intermezzo hatten wieder allein die Großen das Sagen. Binnen Minuten hatten Prinz und Venetia den Saal im Griff. Für Venetia Barbara war der Besuch eh ein Heimspiel, denn sie hatte sich auf der KaKaJu-Bühne ihre närrischen Sporen verdient. "Da kommt ein nostalgisches, karnevalistisches Gefühl auf", gesteht sie.

Nach Jahren der Überalterung ist die KaKaJu so jung wie schon lange nicht mehr. Unter anderem liegt es an ihrer stetig wachsenden Tanzgarde. Mittlerweile tanzen 63 Kinder mit und zeigten nach der Choreografie von Ursula Gerling einen umwerfenden Zirkusauftritt auf der Bühne - mit Tigern, Clowns, Akrobaten, Seiltänzern und Zirkusreitern.

Und für die große Tanzgarde mit über 30 jungen Damen wird selbst die lang gezogene Stadthallenbühne langsam zu klein. Schade nur, dass sich der Nachwuchs in der Bütt nicht so drängelt wie in der Garde. Dort erlebt man nach wie vor erfahrene und bekannte Recken wie Wilfried Ketzer, Hildegard Dahmen, Vater und Sohn Buschhüter als Ongeroder Vielharmoniker und Pastor Karl-Heinz-Sülzenfuß.

Vielleicht liegt es daran, dass man bei der KaKaJu kein Geld verdienen kann: Die Gage beträgt nach wie vor lediglich zwei Würstchen- und vier Getränkemarken.

Weitere Termine 20. und am 27. Januar (17 Uhr) und 1. Februar (19 Uhr), Party-Sitzung am 30. Januar im Schlösserzelt. Restkarten gibt es unter Telefon 747268.

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