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Nicka hat den deutschen Pass

Nicka hat den deutschen Pass

Stellvertretend für 1060 Düsseldorfer, die dieses Jahr eingebürgert wurden, bekamen 14 am Freitag die Urkunde übergeben.

Düsseldorf. Sie fühlen sich in Deutschland zu Hause, sie gehören dazu und jetzt haben sie auch den deutschen Pass. Am Freitag bekamen neun Frauen, fünf Männer und der zehnjährige Nicka ihre Einbürgerungsurkunden überreicht - stellvertretend für 1060 Menschen, die in diesem Jahr in Düsseldorf eingebürgert wurden. Jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte.

Nicka etwa ist Sohn des georgischen Nationalspielers Levan Kobiashvili von Schalke 04 und mächtig stolz. Er findet es gut, jetzt Deutscher zu sein, schließlich habe er viele Freunde, die es auch sind. Vater Levan: "Es wurde Zeit. Nicka ist in Deutschland geboren, also soll er auch die Staatsangehörigkeit annehmen." Mutter Tamara ist bereits seit Februar deutsche Staatsbürgerin.

Paula Hessel-Sousa aus Brasilien ist professionelle Salsa-Tänzerin. Bekannt wurde sie durch Dieter Bohlens Sendung "Deutschland sucht das Supertalent." Dort schaffte es Hessel-Sousa im vergangenen Jahr bis ins Halbfinale. Der Liebe wegen ist sie vor drei Jahren nach Deutschland gekommen. Durch ihre Heirat mit einem Düsseldorfer bekam die Tänzerin ihre Einbürgerung schon nach kurzer Zeit. "Ich bin froh, dazu zu gehören, Deutschland ist ein tolles Land." Der Einbürgerungstest sei ihr leicht gefallen, sagt sie. 32 von 33 Fragen beantwortete sie korrekt.

Ebenfalls ein Künstler, Eric Lanz, arbeitet mit Videotechnik und lebt seit 25 Jahren in Düsseldorf. Lanz ist jetzt Deutscher und Schweizer. Seit zwei Jahren könne man innerhalb der EU die doppelte Staatsbürgerschaft beantragen. "Meine Familie ist deutsch, daher ist es für mich wichtig." Das entscheidende aber sei, dass er wählen gehen kann.

Mit 81 Jahren ist Alma Hoebus die Älteste unter den Eingebürgerten. Als Ur-Düsseldorferin hatte sie 1949 unwissentlich die deutsche Staatsbürgerschaft verloren - durch die Heirat ihres Mannes, ursprünglich ein Belgier. Nach seinem Tod 2006 bekam sie eine Kennkarte, mit der Botschaft, dass sie jetzt ihren Mädchennamen zurück erhielte. "In Belgien ist das üblich." Alma Hoebus war entsetzt, 57 Jahre habe sie mit dem Nahmen Hoebus gelebt. Mit 80 Jahren schließlich beantragte sie die deutsche Staatsbürgerschaft.