Düsseldorf: Neuer Schwung für E-Mobilität

Düsseldorf: Neuer Schwung für E-Mobilität

Das Interesse am Aktionstag am Rathaus war eher überschaubar. Die Nachfrage nach elektrischen Mietwagen und Fahrrädern sei trotzdem groß, sagen die Aussteller.

Düsseldorf. Der VW-Abgasskandal hat das Thema Elektro-Mobilität wieder stärker in den Fokus gerückt. Auf dem Rathausplatz zeigten am Samstag diverse Aussteller die neusten Trends und informierten über benzinfreie Fortbewegungsalternativen. Das Interesse war eher überschaubar, und viele Besucher sind nach wie vor skeptisch. „Ich hätte immer Angst, irgendwo liegen zu bleiben“, gibt Lothar Kossmann zu. „Und es kostet ziemlich viel.“

Klaus Teske, Experte für Elektromobilität bei den Stadtwerken, glaubt trotzdem, dass das Interesse an elektrischen Autos steigen wird. „Die VW-Affäre hat das Thema wieder beflügelt und viele Autofahrer ins Grübeln gebracht“. Dazu passt, dass das Carsharing-Unternehmen Drive Now seit einer Woche 15 elektrische BMW anbietet. „Die erste Woche verlief mit etwa 100 Fahrten täglich sehr gut“, sagt Sprecher Alexander Momm. „Trotz der Ladezeiten werden die Stromer so oft angemietet wie unsere herkömmlichen Fahrzeuge.“ Bis Jahresende sollen 30 weitere elektrische Fahrzeuge in Düsseldorf und Köln angeboten werden.

Anders als das Geschäft mit elektrischen Vierrädern sei die Nachfrage nach E-Bikes schon jetzt sehr hoch, sagt Birgit Buschmaas vom Dreirad-Zentrum. Das Geschäft bietet in Lohausen ausschließlich elektrisch betriebene Fahrräder an. „Früher verband man die nur mit Senioren, die gesundheitlich nicht mehr in der Lage waren, selbst in die Pedale zu treten.“

Mittlerweile seien die Räder für jede Altersklasse interessant und vor allem für junge Familien in Großstädten eine Alternative zum Auto. „Auch einige Großfirmen oder Pflegedienste sind Kunden bei uns. Die Zielgruppe ist groß. Ein Chefarzt radelt zum Beispiel stets im Anzug von A nach B“. Ein paar komische Blicke ernte er damit zwar, spart sich aber dafür die meist langwierige Parkplatzsuche in der Innenstadt. Zum Schnäppchenpreis sind aber auch die Fahrräder nicht zu haben. Für ein qualitativ gutes Modell müsse man etwa 3000 Euro investieren, teurere Räder können auch schon mal 10 000 Euro kosten. „Der Preis hängt von der Akkukapazität ab“, erklärt Birgit Buschmaas.

Dirk Oliver Waschelitz ist trotzdem schon vor 15 Jahren vom Auto aufs Elektro-Bike umgestiegen. „Das ist kein Sportgerät, sondern ein Fortbewegungsmittel. Man ist entspannt unterwegs und kommt nicht ins Schwitzen.“ Hans Krüger, Autofahrer, ist da skeptischer. „Zu dem hohen Kaufpreis kommen ja noch Kosten für die Diebstahl-Versicherung. Ich hätte ständig Angst, dass mein Rad in der Stadt geklaut wird.“

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