Nahverkehrsplan: Neue U-Bahnlinien wird’s wohl nicht geben

Nahverkehrsplan : Neue U-Bahnlinien wird’s wohl nicht geben

Der neue Nahverkehrsplan steht weitgehend, offen bleibt das Schicksal der Linie 708. Keine Haltestelle am neuen Oberkassler Hallenbad.

Düsseldorf. 186 Seiten umfasst der neue Nahverkehrsplan der Stadt Düsseldorf, hinzu kommt eine 135 Seiten dicke Auswertung aller Anregungen aus den Bürgerbeteiligungen, Bezirksvertretungen und Beiräten. Das Werk soll für Düsseldorf und die Nachbargemeinden die Grundlage für eine tragfähige und finanzierbare Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs schaffen. Generell hat sich die Stadt das Ziel gesetzt, den ÖPNV attraktiver zu machen. Hier die wichtigsten Projekte und Knackpunkte.

Schwachstellen-Analyse: Eine Hand voll Erschließungsdefizite haben die städtischen Verkehrsplaner mit Blick auf (künftige) neue Wohngebiete ausgemacht: Auf’m Tetelberg (zwischen Völklinger- und Volmerswerther Straße) wird geprüft, eine zusätzliche Haltestelle der 709 einzurichten; im Gerresheimer Glasmacherviertel, wo die U73 vom S-Bahnhof bis Zu den Mauresköthen verlängert werden soll; an der Metrostraße könnte die Buslinie 725 durch Flingern-Nord führen; in Angermund (Auf der Krone) wird gegebenenfalls die Linienführung des 728er Busses angepasst.

Anregungen der Bezirksvertretungen: Mit Spannung erwartet man in Flingern und Düsseltal das Ergebnis der Fahrgastzählung auf der Linie 708. Avisiert war das für Frühjahr 2017, doch es verzögert sich. Hinter den Kulissen ist zu hören, dass die ursprüngliche Neigung bei Stadt und Rheinbahn, die Linie von Düsseltal über Hauptbahnhof nach Unterbilk sterben zu lassen, abnimmt. Zum einen, weil man den Wert von Schienenverbindungen inzwischen noch mehr schätzt; zum anderen, weil insbesondere die Düsseltaler so für den Erhalt kämpfen und zu recht darauf hinweisen, dass die neue U81 im Abschnitt Wehrhahn-Heinrichstraße keineswegs voller ist als die 708.

Den Wunsch aus dem Oberkassler Rathaus nach einer ÖPNV-Anbindung des künftigen Hallenbades an der Pariser Straße schlägt die Stadt dagegen aus: Das Bad liege je 400 Meter von den U75-Haltestellen Drususstraße und Dominikus-Krankenhaus entfernt, eine neue Haltestelle am Hallenbad sei aufgrund der dann zu kurzen Abständen „nicht vertretbar“.

Auch beim „Dauerärgernis“ U 79 (Ausfälle, Verspätungen, Überfüllung) wird die Bitte der Bezirksvertretung 5 (Norden), die Linie zumindest in den Morgenstunden im Fünf-Minuten-Takt zwischen Wittlaer und Universität fahren zu lassen, abgeschmettert: Dass sei aufgrund fehlender Fahrzeug- und Tunnelkapazitäten (gemeint ist, dass der Tunnel nicht so viele Züge in kurzer Zeit aufnehmen kann) nicht umsetzbar.

Aussichtslos dürfte der Wunsch aus der Bezirksvertretung 3 nach einer Verlängerung des U-Bahntunnels vom Bilker S-Bahnhof in Richtung Uni-Klinik sein.

Neue Stadtbahnprojekte: Gute Chancen hat wohl die Schaffung eines neuen (kurzen) Streckenabschnitts für die U 73 von der Haltestelle Südpark zur Universität.

Weiter verfolgt werden soll auch eine U-Bahn-Tunnelverlängerung gen Norden vom Kennedydamm bis Reeser Platz mit den zusätzlichen U-Bahnhöfen Kennedydamm und Theodor-Heuss-Brücke (die Station Golzheimer Platz würde wegfallen). Tatsächlich winkt man sowohl bei der Rheinbahn, als auch in der Politik ab, auf neue teure U-Bahn-Abenteuer hat niemand mehr große Lust. „Völlig unrealistisch und auch nicht notwendig“, nennt etwa Martin Volkenrath, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses diese Idee. Tatsächlich könnte der Autoverkehr auf der Kaiserswerther Straße in dem Abschnitt auf Anwohner begrenzt werden, wodurch die Bahnen (U78, 79) auf eigener Trasse oberirdisch (noch) besser durchkämen.

Realistischer ist da die Verlängerung der künftigen U 81/82 vom Flughafen-Terminal zum Flughafen-Fernbahnhof.

Geprüft wird schließlich auch eine (oberirdische) Weiterführung der U 75 von Eller über die Vennhauser Allee zum S-Bahnhof Gerresheim.

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