Neue Bäder in Oberkassel und Benrath werden teurer

Neue Bäder: Neue Bäder in Oberkassel und Benrath werden deutlich teurer als geplant

Vor allem an der Pariser Straße ist der Kostensprung von 14,5 auf 26 Millionen Euro beträchtlich. Hauptgründe: Die steigenden Baukosten und Altlasten im Boden.

Gerade hat der Bund der Steuerzahler die Stadt wegen Kostenexplosionen beim Bau der Wehrhahn-Linie und bei der Schauspielhaus-Sanierung in sein „Schwarzbuch“ aufgenommen. Im nächsten  könnte Düsseldorf mit dem Bau seiner Bäder auftauchen — auch wenn die Kostensteigerungen da doch bei weitem moderater ausfallen. Dennoch: Sowohl beim Bau des neuen Hallenbades Oberkassel/Heerdt als auch bei der Planung des neuen Kombibades in Benrath tauchen jetzt wieder erhebliche Kostensteigerungen auf. Am kommenden Mittwoch sind die beiden Bauprojekte Thema im Sportausschuss.

Insbesondere im Linksrheinischen an der Pariser Straße ist das Kostenproblem gravierend: War im 2015 vom Rat verabschiedeten „Bäderkonzept 2020“ noch von Baukosten in Höhe von 11 Millionen Euro die Rede, nannte Roland Kettler, der Chef der Bädergesellschaft, Ende 2017 eine Summe von 14,5 Millionen Euro. Doch jetzt ist man plötzlich schon bei 25,9 Millionen Euro angelangt. Wie berichtet, haben zum einen im Boden gefundene Altlasten und Bunkerbauwerke den Kosten- und Zeitaufwand erhöht. Zum anderen mussten Auflagen aus dem Brand- und Deichschutz eingepreist werden. Vor allem aber wirkt sich die boomende Baukonjunktur „preiserhöhend auf die schwimmbadspezifischen Gewerke aus“, heißt es in der Vorlage von Sportdezernent Burkhard Hintzsche. Immerhin ist jetzt in den knapp 26 Millionen eine mögliche Kostensteigerung beim Bau von 20 Prozent einkalkuliert.

Kompensiert werden sollen die (steigenden) Investitionskosten an der Pariser Straße mit Grundstücksverkäufen am 2015 geschlossenen und danach abgerissenen alten Hallenbad Oberkassel an der Lütticher Straße.

Benrath: Kombi-Bad wird frühestens 2021 fertig

Nicht unerheblich, aber weit moderater fällt die Kostensteigerung in Benrath aus. Ursprünglich (2015) hatte die Bädergesellschaft an der Regerstraße mit 22,7 Millionen Euro Baukosten geplant, jetzt ist man bei 28 Millionen angelangt. Allerdings kann es noch teurer werden, sollten sich bei Baubeginn zum Beispiel Altlasten im Boden finden, teilt die Stadt vorsorglich mit. Als Gründe nennt die Bädergesellschaft die Notwendigkeit der Umlegung von Wasserleitungen, die Anlage neuer Parkplätze oder Erschließungskosten für eine Fernwärmeanbindung.

Zudem verzögert sich die ursprünglich für 2019 vorgesehene Neueröffnung des Kombibades. Frühestens im Herbst 2021 soll das Hallenbad fertig sein, der erneuerte Außenbereich eventuell schon im Sommer. Das Benrather Freibad bleibt also mindestens zwei Sommer lang geschlossen, 2019 und 2020. Das alte Hallenbad schließt wohl im Februar nächsten Jahres.

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