Neubau statt Sanierung: Immer mehr wollen ein neues Opernhaus

Kulturbauten : Düsseldorf: CDU startet Offensive für ein neues Opernhaus im Rat

Ein Neubau sei eine große Chance für ein modernes Wahrzeichen der Stadt. Unterdessen legt Kulturdezernent Lohe eine erste Prioritätenliste zur Sanierung von insgesamt 42 Kulturbauten vor.

Auf der (vorläufigen) „Sanierungsliste Kulturbauten“ steht wie zu erwarten das Opernhaus auf Rang 1. Mit 39 Millionen Euro taxiert Kulturdezernent Hans-Georg Lohe den Sanierungsaufwand in den nächsten zehn Jahren, im Zeitraum 25 Jahre müssten 86,6 Millionen Euro zur Instandhaltung aufgebracht werden. Zuletzt betonte Lohe indes, dass diese Summen auf bloßen „Sichtprüfungen“ basierten, schaut man buchstäblich genauer hinter die Fassaden, dürfte es sehr viel teurer werden.

Die vertrauliche Liste mit 42 Kulturbauten ging am Freitag an die Ratsfraktionen, die letztlich politisch über die Priorisierung befinden. Nach der Oper folgen das Schauspielhaus (wo die Gesamtsanierung längst läuft), Schumann-Haus, Tanzhaus NRW, Goethemuseum, Kunstpalast, Zentralbücherei, Tonhalle und Kunsthalle. Insgesamt rechnet die Stadt mit einem Sanierungsbedarf von mindestens 139 Millionen (bis 2028) und 300 Millionen Euro (bis 2043).

Unterdessen forciert die CDU ihre Offensive für einen Opern-Neubau an der Heine-Allee. Schon in der nächsten Ratssitzung am 31. Januar will die CDU, allen voran Bürgermeister Friedrich Conzen, einen entsprechenden Antrag einbringen. Zunächst will man einen großen Dialog unter Einbeziehung von Architekten und internationalen Opern-Experten. Wichtig sei, dass eine neue Oper kein „Musentempel“ nur für eine bildungsbürgerliche Elite werde, sondern sich baulich und künstlerisch möglichst vielen Bürger in Düsseldorf und Umgebung öffne. „Wir hätten mit einem Neubau eine echte Chance, die Oper in ihrer Innen- und Außenwirkung auf ein neues Niveau zu heben und der Stadt ein neues Wiedererkennungsmerkmal zu geben“, meint der CDU-Kultur- und Sportpolitiker Stefan Wiedon.

Auch die FDP sowie die Verwaltungsspitze mit OB Thomas Geisel und Lohe, aber auch der Freundeskreis der Rheinoper präferiert mehr und mehr einen Neubau, anstatt immer weitere Millionen in das alte Opernhaus zu stecken.

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