Düsseldorf: Neubau soll Regierungsviertel abrunden

Düsseldorf: Neubau soll Regierungsviertel abrunden

Abgeordnete wollen Komplex an der Haroldstraße für drei Ministerien. Häuser am Hofgarten und Martin-Luther-Platz will man verkaufen.

Düsseldorf. Seit Jahren wird in Landtagskreisen über ein richtiges, nämlich zusammenhängendes Regierungsviertel am Rhein diskutiert. Doch die zehn Düsseldorfer Abgeordneten von SPD, CDU, Grünen und Piraten plus FDP-Mann Robert Orth bleiben bei dem Thema hartnäckig. Am Donnerstag legten sie hoch oben im Rheinturm erstmals konkrete Pläne vor, wie in ein paar Jahren alle Ministerien rund um den Landtag platziert werden könnten. Kernpunkt ist der Neubau eines großen Gebäudekomplexes auf dem Areal des leerstehenden alten Innenministeriums an der Haroldstraße.

Foto: Lepke

In einem Jahr soll das Polizeipräsidium dorthin umziehen und bis höchstens 2021 bleiben. Dann, so schlägt es der „Elferrat“ vor, wird an der Haroldstraße abgerissen und neu gebaut. Einen architektonischen Vorschlag hat man auch schon parat. Thomas Höxtermanns Entwurf sieht gestaffelte Riegelbauten mit sechs bis acht Geschossen auf einer Fläche von 57 000 Quadratmetern vor. „Das entspricht den Flächen, die derzeit die drei abseits gelegenen Ministerien für Finanzen, Justiz und Umwelt zusammen haben“, sagt Markus Weske (SPD), wobei nicht gesagt sei, dass genau die in den Neubau ziehen müssten.

Foto: Lepke

Der kleinste Riegel am Spee’schen Graben soll 80, der längste zum Rhein hin 160 Meter lang sein. Wichtiger ist den Politikern und dem Architekten, dass die Flächen flexibel aufteilbar sind, heißt: Die Ministerien können wachsen oder schrumpfen. Ein Komplex für drei Ministerien schaffe Synergieeffekte, „man braucht zum Beispiel nur eine Haustechnik oder eine Kantine“, sagt Höxtermann.

Was der Neubau kostet, ist unklar, Höxtermann nennt 100 Millionen Euro als „sehr grobe Schätzung“. Ob er realisiert wird, hängt von der Landesregierung und von der Stadt ab. Erstere muss den Neubau im Grundsatz billigen, während das Rathaus die Planungshoheit hat, ergo auch über die Architektur befindet. Deshalb wollen die Landtagspolitiker ihre Ratskollegen auch schnell über das Konzept informieren. „Es geht nicht darum, der Stadt einen vorzusetzen, sondern wir wollen das Thema endlich voranbringen“, sagt Stefan Engstfeld (Grüne). OB Geisel habe man stets eingebunden, er begrüße die Pläne im Prinzip.

Eine Chance hat das Regierungsviertel aber nur, wenn es gelingt, das Finanzministerium am Hofgarten und das altehrwürdige Justizministerium am Martin Luther-Platz (Weske: „Zwei Sahnestücke“) zu verkaufen. Mit dem Geld sowie eingesparten Mieten (fürs Umweltministerium an der Schwannstraße etwa sind pro Jahr 4,1 Millionen Euro fällig) soll der Neubau bezahlt werden. Und dann ist da ja noch die Staatskanzlei im Stadttor (Jahresmiete: 3,5 Mio. Euro). Der Mietvertrag läuft bis 2029, wo der oder die Ministerpräsident(in) danach residiert, ist ebenfalls offen.

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