Nachfrage nach Kita-Plätzen ist größer als das Angebot

Kinderbetreuung : Stadt Düsseldorf hinkt bei Kita-Ausbau hinterher

Die versprochenen 1000 Plätze wurden 2018 verfehlt. Zudem wird die Kinderbetreuung wohl bald deutlich teurer für die Stadt.

Die Stadt kann bei ihrem Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder den Bedarf nicht decken. Im vergangenen Jahr wurde das selbstgesteckte Ziel von 1000 neuen Betreuungsplätzen nicht erreicht, wie aus dem aktuellen Bericht von Jugenddezernent Burkhard Hintzsche am Dienstag im Jugendhilfeausschuss hervorgeht: Danach gab es 2018 in Düsseldorf 498 zusätzliche Plätze in Kitas (davon 194 für Kinder unter drei Jahren); hinzu kamen 327 Plätze in der Kindertagespflege, macht zusammen 825.

Demgegenüber stehen rund 2600 Kinder, für die bis Ende Oktober kein Kita-Platz gefunden werden konnte. Diese hohe Zahl sei jedoch zu relativieren, betonen Hintzsche und Jugendamtsleiter Johannes Horn. So würden permanent weitere Plätze vergeben, da neue Einrichtungen ihren Betrieb aufnähmen. In den nächsten Wochen gelte das für die neu gebauten Kitas an der Werstener Friedhofstraße, an Schwann-, Königsberger- und Hügelstraße.

Allerdings gibt es nicht nur ein Raumproblem, denn die Inbetriebnahme der neuen Kitas hängt stark davon ab, ob für sie genügend Erzieher(innen) gefunden werden, was alles andere als einfach ist. Und nun kommen die Finanzen erschwerend hinzu. Denn das vorige Woche vom Land und den NRW-Kommunen verabredete Eckpunktepapier für eine Reform des Kinderbildungsgesetzes dürfte unterm Strich für Düsseldorf teuer werden. Auf Anfrage der CDU sagte Hintzsche, er rechne unterm Strich grob mit einer Nettobelastung für die Stadt von 5,8 Millionen Euro, weil man 50 Prozent der Gesamtkosten übernehmen müsse (die andere Hälfte trägt das Land).