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Nach Schneechaos droht Blitzeis

Nach Schneechaos droht Blitzeis

Unfälle, entgleiste Bahnen, Staus: Der Wintereinbruch überrascht Pendler, Awista und Rheinbahn.

Düsseldorf. Nach dem Schnee ist vor dem Nebel und Glatteis: Awista und Rheinbahn sind gewarnt und für etwaige Winterprobleme auch am Dienstag gerüstet: „Wir haben für den frühen Dienstag Streustufe eins ausgerufen, ab 4 Uhr gilt die Rufbereitschaft“, sagt Awista-Sprecher Ralf Böhme. Dass die Vorkehrungen nicht unberechtigterweise getroffen werden, bestätigt der Deutsche Wetterdienst in Essen: „Am frühen Morgen muss mit Nebel und überfrierender Nässe gerechnet werden, die Tiefsttemperaturen liegen um minus drei Grad“, sagt Sprecherin Ulrike Zenkner.

Foto: Gerhard Berger

Am Montag hat der Wintereinbruch die Stadt in ein veritables Verkehrschaos gestürzt. Rund 50 Unfälle, aber keine Verletzte — das war die Bilanz des morgendlichen Berufsverkehrs. Von „chaotischen Zuständen“ auf den Straßen sprach Polizeisprecher André Hartwich. „Teilweise standen Autos auf der Kreuzung und kamen nicht mehr weg.“ Ungewöhnlich für Düsseldorf: Unter der Schneeschicht war es an vielen Stellen spiegelglatt. „Wir glauben, dass die Winterreifenmoral in diesem Jahr sehr schlecht ist“, sagt Hartwich angesichts der Probleme, die viele Autofahrer schon bei leichten Steigungen hatten. Durch den sehr milden Winter hätten viele Autofahrer nicht mehr mit Schnee gerechnet und auf Winterreifen verzichtet.

Foto: M. Hitij  / dpa

Sie wurden wie viele Pendler von dem Schnee überrascht, vor allem wenn sie aus schneefreien Gebieten wie dem Niederrhein kamen. Das führte zu den vielen Unfällen und langen Staus — obwohl es schon deutliche schneereichere Tage in Düsseldorf gegeben hat. Aber der Schnee überraschte eben auch die Awista, gibt Sprecher Ralf Böhme zu: „Das war so nicht vorhergesagt. Und als wir um sechs Uhr mit allen Streufahrzeugen ausgerückt sind, rollte bereits der Berufsverkehr und wir steckten teilweise selbst mittendrin.“

Das führte an vielen Einfallstraßen zu langen Staus — egal, ob auf der Brüsseler-, Münchner-, Danziger Straße, auf dem Südring oder im Osten auf Ludenberger- und Bergischer Landstraße. In Hubbelrath rutschten auf der B 7 gleich zwei Linienbusse der Rheinbahn (733) in den Straßengraben: „Einen konnten wir selbst bergen, für den anderen haben wir ein Spezialfahrzeug angefordert, das aber wiederum selbst im Stau steckte“, sagt Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander.

Der Start in die Arbeitswoche war für viele Rheinbahn-Fahrgäste problematisch. Gleich drei Straßenbahnen entgleisten am Morgen: zunächst gegen 6.30 Uhr die U 75 am Neusser Bahnhof; dann sprang eine 705 um 7.30 Uhr vor der Wendeschleife an der Vennhauser Allee aus dem Gleis; zwei Stunden später erwischte es dann eine 706 auf de Rethelstraße. Diese Störung war erst am Mittag behoben. Lander: „Bei der 705 und der 706 mussten die Fahrer per Hand die Weichen umstellen, aufgrund des Schnees im Gleis lagen die Weichen danach aber nicht voll an.“ Ebenfalls zwischen 9.30 Uhr und 10.15 Uhr kam dann ein Weichenproblem an der Schlüterstraße hinzu, U72, U73, U83 und 709 verspäteten sich um bis zu 40 Minuten — und mit ihnen hunderte Berufstätige.

Der Feuerwehr machten vor allem umgefallene Bäume und abgebrochen Äste Probleme, die die Schneelast nicht halten konnten. Achtmal rückten die Wehrleute deswegen aus.