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Nach dem Boui Boui kommt in Düsseldorf jetzt das BonBon

Freizeit : Nach dem Boui Boui kommt jetzt das BonBon

Seit Oktober arbeitet die Agentur 0049 an der neuen Veranstaltungsstätte in der ehemaligen Parfümfabrik in Holthausen. Im April soll es losgehen.

Noch sieht es in der Halle etwas wüst aus. Die Reste eingerissener Mauern liegen auf zusammengekehrten Haufen. Es ist staubig. Ein sanfter, aber doch süßlicher Geruch lässt erahnen, woran in diesem Gebäude bis vor mehr als zehn Jahren gearbeitet wurde. Was damals noch eine Parfümfabrik war, soll bald wieder mit Leben gefüllt werden. Denn im April eröffnet an der Bonner Straße 155 das „BonBon“. Es ist der Nachfolger des Boui Boui Bilk.

Der Veranstaltungsraum an der Suitbertusstraße in Bilk musste im September seine Türen schließen. Die ehemalige Schraubenfabrik weicht Wohnhäusern. Dass die Veranstaltungsstätte dort nicht auf Dauer bleiben würde, war schon vorher klar. Nun gibt es aber endlich eine neue Halle für die vielen Veranstaltungen der Agentur 0049 Projekt GmbH, die das Boui Boui Bilk bespielte.

„Wir wollen am 4. April bei der Nacht der Museen mit einem Nachtflohmarkt starten“, sagt Florian Liss, Geschäftsführer der Agentur. Bis dahin sei noch einiges zu tun. Die WC-Container vor der Tür seien gerade angeschlossen worden, ein paar Wände müssen noch weichen, Strom und Licht werden neu installiert, dann wird gestrichen – der Industriecharme soll aber erhalten bleiben. Dann kann es dort auch schon losgehen.

Der Turm wird zum Start noch nicht genutzt. Foto: Oliver Kötter

An der Bonner Straße sollen dann wieder Nachtflohmärkte, Messen und Börsen ein Zuhause finden, so wie es schon im Boui Boui der Fall war. „Bisher haben wir neun Einzelgenehmigungen beantragt“, sagt Florian Liss. Zum Ausprobieren. Wenn in dieser Zeit alles gut klappe, wolle man die etwa 990 Quadratmeter-Halle im BonBon auf lange Sicht als Veranstaltungsstätte etablieren.

Erste Programmpunkte: eine Studien- und eine Tattoo-Messe

Florian Liss, Geschäftsführer von 0049, und seine Mitarbeiterin Louisa Bollongino auf der Baustelle. Foto: Carolin Scholz

Bei der Suche nach neuen Räumen für Kultur und Trödel habe die Stadt geholfen. „Dort hat jemand dem Eigentümer vorgeschlagen, über eine Zwischennutzung nachzudenken“, sagt Liss. Immerhin stand die Fabrik seit zehn Jahren leer. Der Eigentümer habe großes Interesse am Bespielen der Halle gezeigt. Das sei die Grundvoraussetzung, sagt Liss. Zugleich hofft er, dass das BonBon keine allzu kurze Episode wird. „Wir könnten uns vorstellen, das für eine Dekade zu machen.“ Vorausgesetzt, dass es mit den Nachbarn klappt und die Besucher die neue Stätte annehmen.

Dass das passieren wird, da ist Liss zuversichtlich. „Wir sind hier gut angebunden“, sagt er. Vom Hauptbahnhof fährt die Bahn quasi vor die Tür, auch mit dem Auto sei das BonBon gut zu erreichen. Liss hat die Hoffnung, damit auch den kulturell eher unterversorgten Süden der Stadt etwas beleben zu können. Und dafür sind auch schon ein paar Veranstaltungen geplant. Nach dem Nachtflohmarkt am 4. April soll direkt am nächsten Tag ein Mädchenflohmarkt „Weiberkram“ stattfinden. Außerdem ist die Studienmesse „Masters and more“ geplant, genau wie eine Tattoo-Messe.

Im Moment planen Liss und sein Team erst einmal nur mit der Halle. Zwar gibt es auch für den sechsstöckigen Büroturm bereits Ideen – auf der Internetseite der Agentur ist von Räumen für Kreativschaffende, Start-ups und kleine Unternehmen die Rede. Allerdings wird das wohl noch etwas dauern. Denn dort müsse man für die nötigen Fluchtwege noch mehr verändern.