Nach Axt-Attacke: Heine-Uni stoppt Schwertkampf

Nach Axt-Attacke: Heine-Uni stoppt Schwertkampf

Sportler dürfen nicht mehr draußen auf dem Gelände trainieren. Neuer Standort gesucht.

Düsseldorf. Die Abteilung „Historischer Schwertkampf“ gehört zu den ungewöhnlichen Angeboten des Vereins Hochschulsport der Heinrich-Heine-Universität. Doch seit zwei Wochen fallen die Übungsstunden aus.

Denn unmittelbar nach der Axt-Attacke am Düsseldorfer Hauptbahnhof, bei der neun Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, hat die Leitung der Universität angeordnet, dass die Sportler nicht mehr unter freiem Himmel trainieren dürfen. Damit müssen die Schwerter erst einmal im Waffenschrank bleiben.

Bereits in der Vergangenheit soll es immer wieder mal Beschwerden über die Kämpfer gegeben haben. Passanten wunderten sich über die jungen Leute, die mit großen, aber stumpfen Schwertern eine jahrhundertealte Tradition pflegen. Dass auf dem Uni-Gelände offen mit Waffen hantiert wurde, gefiel nicht allen. Es gab Bedenken, dass sich auch Unbeteiligte verletzen könnten.

Fünf Jahre lang durften die Schwertkampf-Gruppe trotzdem ihr Hobby pflegen. Doch nachdem ein 36-jähriger Wuppertaler, der vermutlich schizophren ist, mit einer Axt am Bahnhof Amok lief, veränderte sich offenbar die Wahrnehmung. Das Training musste eingestellt werden.

„Ja, es hat wohl Beschwerden gegeben“, erklärte Felix Klaus, der Vorsitzende des Vereins Hochschulsport. Die Uni-Leitung hatte erklärt, das Verbot hänge nicht mit dem Amoklauf zusammen, was von vielen Studenten allerdings bezweifelt wird.

Dies habe aber nicht zu bedeuten, dass die historische Schwertkampf-Gruppe aufgelöst werde. „Sie soll auch weiterhin Teil unseres Angebotes bleiben“, kündigte Klaus an. Man suche zurzeit nach einem neuen Standort für das Training. Allerdings nicht mehr wie bisher unter freiem Himmel, sondern in einer Sporthalle.

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