Nach Anklage: Kündigung gegen Klinikdirektor

Nach Anklage: Kündigung gegen Klinikdirektor

Der Ärztliche Chef der Mauritius-Therapieklinik soll rund 1,5 Millionen Euro erhalten haben. Er bestreitet die Vorwürfe.

Düsseldorf. Der Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) hat sich im Dezember vom Ärztlichen Direktor der St. Mauritius-Therapieklinik in Meerbusch getrennt. Er soll sich im Zusammenhang mit dem Neubau der Klinik (1998 bis 2000), die aus dem Krankenhaus Elbroich hervorging, bereichert haben. Es geht um rund 1,5 Millionen Euro.

Der Direktor, ein renommierter Mediziner, weist die Vorwürfe im Gespräch mit der WZ zurück und erwog zunächst sogar eine Pressekonferenz. „Das ist alles haltlos, dummes Zeug. Ich habe keinen Dreck am Stecken“, sagt er der WZ.

Der Klinikverbund schätzt dies anders ein. Laut Staatsanwaltschaft Stuttgart sollen ein Bauunternehmer aus Baden-Württemberg, der damalige Geschäftsführer der Muttergesellschaft KMR (ein Vorläufer des VKKD) sowie der spätere Ärztliche Direktor der Klinik kooperiert haben.

Der spätere Ärztliche Direktor und der ehemalige KMR-Manager sollen Geld dafür erhalten haben, dass sie ihren Einfluss geltend machten und der Bauunternehmer den Auftrag für die Klinik erhielt. „Der baden-württembergische Unternehmer muss sich in Kürze vor der 14. Großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Stuttgarts wegen Bestechung verantworten“, teilt der VKKD mit, „zusammen mit ihm stehen die beiden ehemaligen leitenden Mitarbeiter der St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch gGmbH wegen Bestechlichkeit vor Gericht.“

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt der WZ den Fall. Der ehemalige Geschäftsführer der KMR (Krankenhausgesellschaft Mörsenbroich-Rath) soll 600 000 Euro erhalten haben. Er schied 2006 aus dem Unternehmen aus.

In der Chefetage der Therapieklinik, einer stationären Rehabilitationseinrichtung für die Fachbereiche Neuropädiatrie, Neurologie und Geriatrie, herrscht Entsetzen. Geschäftsführer Christian Röhrl: „Das Ergebnis der Ermittlungen hat uns schockiert. Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, haben die Mitarbeiter ihre Positionen in hohem Maße missbraucht. Wir prüfen, inwieweit und gegen wen wir Schadensersatzansprüche geltend machen können.“ Die Vorwürfe gegen den Ärztlichen Direktor seien so gravierend, „dass eine sofortige Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses unausweichlich war.“ Das Vertrauensverhältnis sei zerstört.

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