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Nach Angriff in Notfallpraxis: Helfer besser schützen — aber wie?

Nach Angriff in Notfallpraxis: Helfer besser schützen — aber wie?

Nach Angriff auf den Arzt der Notfallpraxis will die Stadt Düsseldorf reagieren.

Düsseldorf. Die Attacke auf einen Arzt der Notfallpraxis hat eine politische Debatte ausgelöst. Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke will die Frage des Schutzes des Krankenhaus-Personals angehen — und hofft zugleich, dass die Bedeutung des Themas Gewalt bei den zuständigen Stellen nun ankommt. „Die Stadt kann etwas tun. Wir können zum Beispiel die Verwaltungsdirektoren einladen, um gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, wie man Menschen, die helfen wollen, besser sichern kann“, sagte der Beigeordnete. Allerdings seien die Kliniken für das Thema offenbar noch nicht sensibilisiert. Meyer-Falcke: „Wir haben zum Thema Gewalt alle Krankenhäuser in Düsseldorf angeschrieben. Aber es haben nur drei von 15 geantwortet.“ Mit Kopfschütteln reagiert der Gesundheitsdezernent auf Vorschläge aus den sozialen Netzwerken: „Ärzte zu bewaffnen, ist eine absurde Idee.“

Was am frühen Samstagmorgen in der Notfallpraxis an der Florastraße passierte, hätte auch ganz anders enden können. Ein 50 Jahre alter, offenbar psychisch kranker Patient hatte den diensthabenden Arzt mit Reizgas und einem Messer angegriffen. Der 51-jährige Mediziner, ein ehemaliger Judoka, konnte den Angreifer mit einem Griff überwältigen. Einem Kollegen gelang es dann, dem Mann das Messer abzunehmen. Zusammen hielten die Ärzte den Mann fest, bis die Polizei eintraf und den rabiaten Patienten in eine psychiatrische Klinik brachte.

Im Raum steht auch die Forderung nach Sicherheitspersonal für Kliniken oder Notfallpraxen. „Ein Wachdienst für Krankenhäuser? Da bin ich nicht dabei“, sagt Andreas-Paul Stieber (CDU), der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Soziales. Ein Krankenhaus sei immer noch ein Ort, wo Menschen geholfen werden soll. Da sei Security keine Lösung. Stieber: „Wir müssen das System anders aufstellen. Die Patienten müssen dahin vermittelt werden, wo ihnen geholfen werden kann.“