Mutter (25) gesteht: Sie tötete ihre kleine Tochter

Mutter (25) gesteht: Sie tötete ihre kleine Tochter

Die Frau leidet unter einer Psychose und wähnt ihr Kind (2) jetzt im Paradies. Sie wird in einer Klinik untergebracht.

Düsseldorf. Als die 25-jährige Hausfrau am Freitagnachmittag ihren Mann angerufen hatund sagte, sie habe soeben die gemeinsame Tochter getötet - er glaubte ihrnicht. Trotzdem verließ der 35-jährige Angestellte überstürzt das Büro undfuhr zu der gemeinsamen Wohnung an der Lichtstraße. Und tatsächlich: ImWohnzimmer fand er die Leiche seiner zwei Jahre und zehn Monate altenTochter. Die Obduktion am Samstagmorgen ergibt als Todesursache "scharfeGewalt gegen den Hals".

Vollkommen aufgelöst alarmierte der Mann am Freitag gegen 18 Uhr diePolizei. "Er ist beim Anblick seines toten Kindes zusammengebrochen", sagtWolfgang Siegmund, der die Mordkommission leitet. Am Morgen habe er sichnoch ganz normal von seiner Frau verabschiedet.Seit 2005 waren der 35-jährige Deutsche und die staatenlose Frau mitpalästinensischer Abstammung verheiratet. Dass sie sich in der vergangenenZeit jedoch veränderte, war für ihn offenbar kaum zu bemerken.

In denVernehmungen der 25-Jährigen nach der Tat stellten die Ermittler hingegenschnell fest, dass die Frau offenbar unter einer psychischen Erkrankunglitt.Zwar räumte sie die Tat ein. "Sie ist aber unfähig, einzusehen, dass das,was sie getan hat, falsch ist", sagt Staatsanwalt Andreas Stüve. "Sie istdaher schuldunfähig."

Eine Sachverständige diagnostizierte bei einereindringlichen Untersuchung am Samstagvormittag eine ausgeprägteschizophrene Psychose, die sich wohl schon länger unbemerkt entwickelthatte. Die Mutter fühlte sich unter anderem vom palästinensischenGeheimdienst verfolgt und sah die Tötung ihrer Tochter als notwendig an.Siegmund: "Sie wähnt ihr Kind jetzt im Paradies."

Besonders tragisch werden die Vorfälle auch dadurch, dass die Frau im achtenMonat schwanger ist. Staatsanwalt Stüve will sie jetzt in einer Fachklinikunterbringen, in der durch intensive Betreuung sichergestellt wird, dass demungeborenen Kind nichts passieren kann. Wie es für dieses zweite Kind nachder Geburt dann weitergeht, ist zurzeit noch völlig offen. Der Vater stehtselbst noch massiv unter Schock und muss psychologisch betreut werden.

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