Düsseldorf : Mutmaßlicher Wehrhahn-Bomber bestreitet die Tat
Ein Ex-Soldat steht in Düsseldorf als mutmaßlicher Bomben-Attentäter vor Gericht. Ihm wird zwölffacher versuchter Mord aus Fremdenhass vorgeworfen - doch der Angeklagte gibt sich unwissend.
Düsseldorf. Mehr als 17 Jahre nach dem Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn hat der Angeklagte die Tat zum Prozessbeginn vehement bestritten. Er habe sie nicht begangen und wisse auch nicht, wer es gewesen sei, sagte der 51-Jährige am Donnerstag am Düsseldorfer Landgericht. Bei der Explosion waren zehn Menschen verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib.
Der Ex-Soldat steht wegen zwölffachen Mordversuchs vor Gericht. Ihm droht lebenslange Haft. Er soll die Tat aus Fremdenhass begangen haben. Die Anklageschrift ist 270 Seiten lang, das Landgericht hat bis Juli knapp 40 Verhandlungstage für den Indizien-Prozess angesetzt.
Am 27. Juli 2000 war am S-Bahnhof Wehrhahn eine ferngezündete Rohrbombe explodiert. Die überwiegend jüdischen Opfer, Zuwanderer aus Osteuropa, kamen vom Deutschunterricht an einer Sprachschule. Wären die 250 Gramm TNT nicht verunreinigt gewesen, hätte es Tote gegeben, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück.