Mutmaßlicher Frauenmörder von Düsseldorf in Spanien gefasst

Mutmaßlicher Frauenmörder von Düsseldorf in Spanien gefasst

Eineinhalb Wochen nach einer tödlichen Attacke auf eine Frau in Düsseldorf ist der mutmaßliche Täter in Sevilla festgenommen worden. Die Bluttat hatte überregional für Aufsehen gesorgt.

Düsseldorf. Mehr als eine Woche fahndete die Polizei fieberhaft nach Ali S., der nach dem Mord an einer 36-Jährigen wie vom Erdboden verschluckt schien. Am Mittwochmittag griffen spanische Zielfahnder in Sevilla zu und nahmen den 47-Jährigen fest. Er soll die Frau am Montag vor einer Woche an der Bachstraße mit einer Vielzahl von Messerstichen getötet haben. Das Motiv könnte nach den bisherigen Ermittlungen verschmähte Liebe sein.

Wie Staatsanwalt Martin Stücker erklärte, waren es keine Hinweise von Zeugen, die zur Festnahme geführt hatten, sondern „unsere ureigensten Ermittlungen“. Über das Bundeskriminalamt seien dann die Kontakte zur spanischen Justiz hergestellt worden, die dann letztendlich zum Erfolg führten. Über die genauen Umstände der Festnahme sei noch nichts bekannt. Weitere Einzelheiten wollen Staatsanwaltschaft und die „MK Bach“ erst am Donnerstag mitteilen.

Die Bluttat in Friedrichstadt hatte überregional für Aufsehen gesorgt. Gegen 7.30 Uhr soll Ali S. der Frau aufgelauert und sie über die Bachstraße verfolgt haben. Immer wieder stach er nach Angaben eines Zeugen auf die laut um Hilfe rufende 36-Jährige ein, auch als sie schon am Boden lag.

Danach flüchtete Ali S., der zunächst von zwei Zeugen verfolgt wurde. Nachdem der 47-Jährige diese mit einem Messer bedrohte, gaben sie das Vorhaben auf. Der Iraner flüchtete über Weberstraße und Färberstraße zum Karolinger Platz. Dort verlor sich seine Spur. Offenbar ist Ali S. dort in eine Bahn, einen Bus oder in ein Taxi eingestiegen.

Sehr schnell stellte sich heraus, dass es sich offenbar um eine Beziehungstat handelte. Die 36-Jährige kannte Ali S. aus dem Kiosk an der Bilker Allee, wo der Mann arbeitete. Die beiden hatten sich angefreundet, das war dem 47-Jährigen aber vermutlich nicht genug. Bald tauchte ein wirrer Brief auf, den der mutmaßliche Mörder geschrieben hatte. Darin bat er die 36-Jährige darum, dass die Frau seine Telefonnummer nicht weiter sperrt. „Jede Sekunde ohne dich ist die Hölle für mich“, hieß es darin. Doch seine Gefühle wurden von dem Opfer wohl nicht erwidert.

Zunächst hatte die Mordkommission auf einen schnellen Fahndungserfolg gehofft, denn Ali S. hat sein privates Umfeld in Deutschland. Doch alle Ermittlungen führten zunächst nicht zum Erfolg. Auch nach TV-Fahndung am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen „XY...ungelöst“ brachte nur eine Handvoll Hinweise, ein brauchbarer war nicht dabei.

Möglicherweise hatte sich Ali S. zu diesem Zeitpunkt bereits ins Ausland abgesetzt. Wie der 47—Jährige von Düsseldorf nach Spanien gelangte, ist bis jetzt noch unklar. Durch intensive Ermittlungen, so der Staatsanwalt, sei es Zielfahndern dann gelungen, den Mann in Sevilla ausfindig zu machen, wo er dann am Mittwoch um 13.30 Uhr von spanischen Beamten festgenommen wurde. Noch völlig unklar ist, wann Ali S. nach Deutschland ausgeliefert wird. Das könnte aber sehr zügig erfolgen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung