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Morsestraße: Opfer lag fünf Tage tot im Bett

Morsestraße: Opfer lag fünf Tage tot im Bett

Führten Geldstreitigkeiten zum Verbrechen an der 55-Jährigen? Lebensgefährte soll versucht haben, die Tat zu vertuschen.

Düsseldorf. Der spektakuläre Tötungsfall an der Morsestraße gibt der Staatsanwaltschaft weiter Rätsel auf. "Es gibt einige Unstimmigkeiten", bestätigt Sprecher Andreas Stüwe. Wie die WZ berichtete, war die Leiche der 55-jährigen Monika D. im März mit zertrümmertem Schädel auf dem Bett im Schlafzimmer gefunden worden. Täter soll ihr Lebensgefährte Peter K. (45) sein, dieser hatte zuvor gedroht, die Hausnummer vier in die Luft zu sprengen.

Wie die Gerichtsmedizin nun bestätigte, lag die Tote bereits fünf Tage auf dem Bett, bevor ein Spezialeinsatzkommando der Polizei die Wohnung gestürmt und Peter K. überwältigt hatte. Ihr Kopf war mit mindestens fünf Hammerschlägen zertrümmert worden.

Doch die in den USA lebende Tochter von Monika D. hatte ihre Mutter bereits rund zwei Wochen zuvor als vermisst gemeldet. Was ist in dieser Zeit passiert? Peter K. soll versucht haben, Normalität vorzutäuschen: So soll er das Auto seiner Freundin verkauft und sie bei ihrem Arbeitgeber entschuldigt haben. Mal soll er einen Aufenthalt im Krankenhaus, mal im Schlaflabor vorgegaukelt haben.

Die Staatsanwaltschaft vermutet deshalb, dass die 55-Jährige bereits in den Tagen zuvor in der Wohnung war. Fesselspuren wurden an der Leiche nicht gefunden. Sie könnte jedoch betäubt oder mit Drogen vollgepumpt gewesen sein. "Wir warten auf das toxikologische Gutachten", sagt Andreas Stüwe.

Mögliches Motiv für die blutige Tat könnten Streitigkeiten um Geld gewesen sein. Das Paar hatte geplant, noch Ende März nach Amerika umzusiedeln. Dafür hatten sie eine große Summe gespart, die Peter K. verwaltet haben soll. War das Geld weg und kam es deshalb zum Streit?

Ermittelt wird bislang wegen Totschlags, ob es einmal eine Mord-Anklage wird, steht in den Sternen. Stüwe rechnet damit, dass die Ermittlungen im Herbst abgeschlossen werden. Bis dahin muss auch noch Peter K., der seit dem Vorfall in Untersuchungshaft sitzt, auf seine Schuldfähigkeit hin untersucht werden. Der Mann hatte beim Einsatz der Polizei vergeblich versucht, sich das Leben zu nehmen. Er schweigt bislang zu den Vorwürfen.