Mord auf offener Straße: Ex-Mann steht vor Gericht

Mord auf offener Straße: Ex-Mann steht vor Gericht

42-Jährige wurde erstochen. Der Angeklagte bestreitet die Tat, er ist im Hungerstreik.

Düsseldorf. In Düsseldorf wollte die Deutsch-Marokkanerin Fatiha Q. ein neues Leben beginnen. Sie war aus Spanien geflohen, angeblich, weil sie von ihrem Ex-Mann immer wieder misshandelt wurde. Die 42-Jährige hatte sogar schon einen Sprach- und Integrationskurs belegt. Doch aus dem Zukunftstraum wurde nichts. Am 18. Februar wurde sie auf der Posener Straße in Eller erstochen. Seit Mittwoch muss sich ihr Ex-Mann Hassan M. (42) wegen Mordes vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten.

Zwei Zeugen hatten die Tat damals beobachtet. Demnach war der Täter zunächst parallel zu Fatiha Q. auf der anderen Straßenseite gelaufen. Danach kam es zu einem Streit. Als die Frau um Hilfe rief, soll der Mann zugestochen haben. Danach flüchtete er über den Zaun des angrenzenden Spielplatzes. Wenig später starb Fatiha Q. in der Uni-Klinik an den Folgen des Stichs im Bauchbereich.

Sehr schnell fiel der Verdacht auf ihren Ex-Mann. Er soll bereits im Januar mit einem Foto nach der Frau gesucht haben. Der 42-Jährige wurde wenig später in Spanien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.

Am Mittwoch verlas sein Rechtsanwalt eine Erklärung seines Mandanten: „Ich sitze seit Monaten unschuldig in Haft.“ Sein gesundheitlicher Zustand sei schlecht und er könne kaum laufen. Den Gerichtssaal hatte Hassan M. am Mittwoch auf einer Krücke betreten. Seit einer Woche befinde er sich zudem im Hungerstreik, weil er von seiner Familie und den Kindern getrennt sei: „Die sind allein in Spanien und haben nichts mehr zu essen.“

Der Mann behauptet, dass er am Tag der Tat überhaupt nicht in Düsseldorf, sondern ebenfalls in Spanien gewesen sei. Das würden auch mehrere Zeugen im Verlauf des Prozesses bestätigen. Die Namen wollte er aber am Mittwoch noch nicht verraten.

Dabei spricht die Indizien-Lage ganz klar gegen Hassan. M., wie eine Expertin des Landeskriminalamtes deutlich machte. Die 39-Jährige hatte unter anderem die Jacke der Toten und den Griff des Tatmessers untersucht. Darauf wurden eindeutige DNA-Spuren gefunden, die vom Angeklagten stammen. Außerdem wollen Zeugen den Mann erkannt haben.

Geprüft werden soll außerdem, ob Hassan M. wegen seiner schweren Erkrankung am Bein überhaupt in der Lage war, auf der Flucht über den zwei bis drei Meter hohen Zaun zu klettern. Der Prozess wird am 28. September fortgesetzt.

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