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Düsseldorf: Modellprojekt: Vier Kitas machen Spätschicht

Düsseldorf : Modellprojekt: Vier Kitas machen Spätschicht

DRK startet in vier Stadtteilen mit dem neuen Angebot. Die Kinder können bis um 19 Uhr betreut werden. Das Projekt heißt Kita-Plus.

Düsseldorf. Gute Betreuung soll keine Frage der Uhrzeit sein. Vier Kindertagesstätten des DRK-Düsseldorf bieten vom 1. November an auch außerhalb der Kernöffnungszeiten von 7.30 bis 16.30 Uhr eine Betreuung an. So können Eltern ihre Sprösslinge zukünftig auch noch zweieinhalb Stunden später aus der Kita abholen.

Seit Dienstag sind die DRK-Kitas in Heerdt, Oberbilk, Hassels-Nord und Derendorf offiziell dabei: Am Morgen überreichten Dorothee Achenbach und Claudia Fockenberg vom DRK-Düsseldorf den vier Einrichtungsleitern die neuen Schilder mit der Aufschrift „Diese Einrichtung beteiligt sich am Bundesprogramm Kita-Plus.“

Damit wird das DRK zum ersten Träger in Düsseldorf, der erweiterte Betreuungszeiten im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf umsetzt. Beruflicher Stress durch unübliche Arbeitszeiten könne sich negativ auf das Familienleben auswirken — und auf das Wohl des Kindes. Hier setze das Modellprojekt des Bundesfamilienministeriums an.

„Die Eltern sind eben entspannter, wenn sie nicht gehetzt um 16 Uhr an der Kita stehen und zu Hause vielleicht noch Essen kochen müssen“, sagt DRK-Botschafterin Claudia Fockenbach. Dabei geht es allerdings nicht darum, mehr Stunden pro Kind anzubieten. Der Betreuungsumfang bleibt bei maximal 45 Stunden pro Woche. Neu ist die flexible Anpassung der Zeiten an die Familiensituation. Bis um 19 Uhr können die Kinder bleiben.

Am Nachmittag sollen die Kinder zur Ruhe kommen und sich auf den Abend einstellen. Um ein familienähnliches Programm zu schaffen, wird gegen 17.30 Uhr auch noch gemeinsam gegessen.

Im Rahmen einer Elternbefragung 2014 zeigte sich ein besonderer Bedarf in den vier teilnehmenden Kindertagesstätten. „Unsere Kollegen sehen ja auch, wenn Großmutter oder -vater noch als Zweit- oder Drittbetreuer einspringen müssen“, berichtet Claudia Fockenbach.

Durch die neuen Zeiten können schichtarbeitende Eltern Job und Familie besser miteinander vereinbaren. Darüber hinaus werden Eltern unterstützt, die wieder in das Berufsleben zurückkehren möchten. Vor allem, wenn sie in Gastronomie, Einzelhandel oder Pflege beschäftigt sind.

Mit jeweils zehn Kindern machen die Kitas in diesem Jahr den Anfang. Für 2017 sind in allen vier Einrichtungen schon 20 Plätze eingeplant. Zusätzliche Kosten entstehen den Eltern bei dem Modellprojekt nicht.

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wz.de/duesseldorf