Im Neubau „The Cradle“ Mobilitätshub im Düsseldorfer Hafen ist am Start

Düsseldorf · Mit zehn Autos und 40 E-Bikes hat der Mobility-Hub im Düsseldorfer Hafen seinen Betrieb aufgenommen. Der Betreiber sieht ein sehr großes Potenzial.

 Sharing-Pionier Michael Schramek in der Tiefgarage des „Cradle“ vor den Sharing-Fahrzeugen.

Sharing-Pionier Michael Schramek in der Tiefgarage des „Cradle“ vor den Sharing-Fahrzeugen.

Foto: Uwe-Jens Ruhnau

Wenn die Unternehmen mitziehen, kann der Medienhafen eine Vorreiterrolle beim Einsatz moderner Mobilitätskonzepte spielen. Dort ist nun der Mobility-Hub im Neubau The Cradle an der Speditionstraße gestartet. Zehn Autos für das Car-Sharing stehen zu Beginn für das ganze Quartier bereit, hinzu kommen 35 E-Bikes und fünf Lastenräder. Sie werden in der Tiefgarage des Neubaus, aber auch im Medienhafen selbst stationiert. Für wie wichtig die Stadtspitze das Projekt hält, war schon daran abzulesen, dass Oberbürgermeister Stephan Keller, Planungsdezernentin Cornelia Zuschke und Planungsamtsleiter Kai Fischer zur Eröffnung erschienen waren.

Keller dankte dem Investor Interboden ausdrücklich, der in schwierigen Zeiten das besonders nachhaltige und von HPP entworfene Holz-Hybrid-Haus fertiggestellt hat. Die Baumaterialien des Komplexes können nahezu komplett wiederverwendet werden. Daher kommt auch der Name, der das Motto „Cradle to Cradle“ (von der Wiege zur Wiege) zitiert.

Interboden hat bei der Einrichtung des Mobilitätshubs konzeptionell mit dem Sharing-Pionier Michael Schramek zusammengearbeitet. „Jetzt kann es endlich losgehen“, freute dieser sich bei der Veranstaltung. Schramek verfolgt mit seiner Firma Beat Share das Ziel des „pulsierenden Car-Sharings“. Dabei soll der Medienhafen mit dem Düsseldorfer Speckgürtel, also den direkt angrenzenden Städten, und anderen Stadtteilen verknüpft werden.

So sieht Schrameks Rechnung aus: Wenn rund ein Viertel der Arbeitnehmer im Medienhafen aus den direkt umliegenden Kommunen kommen, sind das 2500 bis 3000. Wenn sich die Hälfte auf dem Weg zur Arbeit auf Car-Sharing einließe und Fahrgemeinschaften gebildet würden, könnten mittelfristig sogar bis zu 500 Fahrzeuge eingesetzt werden.

In anderen Gegenden, wo es beispielsweise große Werke gibt, existieren solche Angebote bereits. Die Menschen sparen Geld, es sind weniger Autos unterwegs – und tagsüber könnten die Autos auch für Fahrten in Düsseldorf eingesetzt werden. Abends sind die Fahrzeuge dann wieder für die Tour nach Hause geblockt. In der Tiefgarage des Cradle stehen nun für den Start acht Autos, zwei sind es auf der Straße. Eingesetzt werden die Opel-Fahrzeuge Corsa und Mocca sowie der Kleintransporter Combo.

Neu angesiedelt im Cradle ist nun auch der Verein „Netzwerk intelligente Mobilität“ (NiMo). Unter seinen rund 80 Mitgliedern sind Unternehmen, Start-Ups, Vereine und Verbände, Universitäten sowie Kreise und kreisfreie Städte. Das Netzwerk will durch regelmäßige Veranstaltungen eine umfassende Vorstellung von der Mobilität der Zukunft entwickeln und diese mitgestalten.

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