Mitarbeiter verspotten die Stadt

Mitarbeiter verspotten die Stadt

Viel Kritik gab es an der Raumplanung.

Düsseldorf. Gerne publiziert die Stadt Untersuchungen und Ranglisten, die ihr gute Platzierungen im ausstellen. Doch wie kommt sie eigentlich bei den eigenen Beschäftigten an? Durchwachsen, das zeigte die gestrige Personalversammlung in der Philipshalle. Etwa ein Drittel der rund 9000 städtischen Bediensteten war gekommen — zum Teil auch, um mal Dampf abzulassen. Dass mit OB Dirk Elbers der Chef fehlte, wurde zwar bedauert, die Präsidiumssitzung des Städtetages in Hannover als Entschuldigung aber akzeptiert. Ansonsten glänzten alle Dezernenten mit Stadtdirektor Manfred Abrahams an der Spitze mit Anwesenheit.

Zu hören bekamen sie unter dem Motto „Öffentlich ist wesentlich“ nicht nur die üblichen Forderungen nach besserem Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter, mehr Personal oder schlicht „mehr Kohle“, wie es Wolfgang Hose, der Vize des Personalrates, formulierte. Man nahm auch satirisch Mißstände aufs Korn. Im Stil des ESC wurden da punkte von null bis zwölf verteilt. Die Höchstzahl gab’s, weil die Stadt bei etlichen Erzieherinnen sukzessive die Arbeitsverträge entfristet hat. Hohn, Spott und keine Punkte ernteten Gebäudemanagement und Raumplanung. Das Ausweichstadion für Fortuna wurde als „Geldverschwenung“ und „Farce“ tituliert. Ein Film widmete sich genüßlich den Wassereinbrüchen im Stadtarchiv. Von einem durchdachten Raumkonzept könne keine Rede sein, das gelte auch für die permanenten Umzüge von Dienststellen: Bis auf den OB seien so ziemlich alle betroffen.

Freilich lachte man auch über sich selbst. So erfreute Hose mit Witzen wie diesem: „Kommt ein Beamter zum Arzt: Herr Doktor, mir geht’s seit ein paar Wochen schlecht. Arbeiten Sie zu viel, fragt der Arzt. Ne, die Arbeitszeit wurde gerade von 41 auf 39 Stunden reduziert. Sehen Sie, diagnostiziert der Doktor, das sind genau die zwei Stunden Schlaf, die Ihnen fehlen.“

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