Mit oder ohne Auto: Mobil geht günstig

Mit oder ohne Auto: Mobil geht günstig

Düsseldorf. Wohnen in Angermund, Arbeiten in Heerdt, Einkaufen in der Innenstadt. Vor 200 Jahren undenkbar, vor 100 Jahren selten - heute selbstverständlich. Doch die Mobilität hat ihren Preis: Nicht nur in Form von Lärm und Luftverschmutzung, sondern auch in klingender Münze.

Aber: Wer genau hinschaut, kommt billiger weg. Das gilt für Auto- genauso wie für Bahnfahrer - vor allem aber für Umsteiger. Unsere Tipps für günstigere Mobilität.

Die größte Flexibilität, aber auch die höchsten Kosten haben Autofahrer. Versicherungen, Reparaturen - und der Spritpreis. Manchmal scheint es zwar, als hätten die Mineral-Ölkonzerne ihre Preise abgesprochen. Doch der Preisvergleich an den Zapfsäulen zeigt: Es gibt Unterschiede bis zu sechs Cent pro Liter.

Das ist das Ergebnis von WZ-Recherchen am Mittwoch: Wir haben von allen Tankstellen - so weit erreichbar - die aktuellen Preise abgefragt. Die günstigsten finden Sie in der Tabelle rechts. Bitte beachten Sie dabei, dass sich die Preise kurzfristig ändern können.

Auch wer regelmäßig Bus und Bahn fährt, sollte genau hinschauen. Vielfahrer sind mit einem Abo am besten bedient, das ist klar. Was viele nicht wissen: Mit dem 9-Uhr-Abo lässt sich einfach sparen. Es heißt so, weil es an Werktagen erst ab 9 Uhr gilt. Der Preisunterschied ist aber so groß, dass es sich auch für diejenigen lohnt, die hin und wieder vor 9Uhr fahren - und dann ein Einzelticket lösen müssen.

Ein Preisbeispiel: Das reguläre Ticket 2000 kostet 62,25 Euro je Monat (Preisstufe A2; Stadtgebiet). Im Abo reduziert sich der Preis auf 53,17 Euro. Wer das 9-Uhr-Abo wählt, zahlt 38,74. Die Differenz beträgt 14,43 Euro - das entspricht fast dem Wert von zwei Vierertickets (15,40 Euro). Bedeutet: Wer bis zu sieben Mal im Monat vor 9Uhr unterwegs ist, fährt mit dieser Variante immer noch billiger.

Tipp für Gelegenheitsfahrer auf Kurzstrecken (bis zu drei Stationen): Das Kurzstrecken-Ticket gibt es nicht nur als Vierer-, sondern auch als besonders günstige Zehnerkarte. Damit kostet eine Fahrt nur noch 1,13 Euro.

Für Autofahrer, die es billiger wollen - und für Bahnfahrer, die mehr Flexibilität möchten, ist Carsharing eine Alternative. So wie für Jutta Schomers (45): Seit einem Jahr besitzt die Bankangestellte kein eigenes Auto mehr, nutzt stattdessen Carsharing-Fahrzeuge mit Stellplätzen in der Stadt. "Ich wohne und arbeite in der Innenstadt. Daher brauche ich nicht täglich ein Auto", sagt Schomers. "Als mein alter Wagen kaputt ging, habe ich mich dann gegen den Kauf eines neuen entschieden."

Die Rechnung ging auf. Jutta Schomers sparte nicht nur die Anschaffungskosten von mehreren tausend Euro, sondern auch den monatlichen Unterhalt von etwa 250 Euro. "Für das Carsharing zahle ich ca. 30Euro im Monat, für mein Jobticket bei der Rheinbahn 23 Euro."

So wie Jutta Schomers rechnen immer mehr Menschen: Laut Bundesverband Carsharing gab es 2000 etwa 30 000 Fahrberechtigte bundesweit, 2008 waren es bereits über 100 000. In Düsseldorf setzen rund 6000 Kunden auf Carsharing.

Das Prinzip ist einfach: Mehrere Nutzer teilen sich ein Auto. Zur Verfügung gestellt werden die von professionellen Anbietern. Die Kunden zahlen nach Stunden und Kilometern, entrichten zudem einen monatlichen Grundbetrag. Die Kombination von ÖPNV und Carsharingangebot gehört zum Konzept: Abo-Kunden der Rheinbahn erhalten Vergünstigungen.

Telefonisch oder per Internet können die Autos gebucht werden - bis zu zehn Minuten vor Fahrtbeginn. Zur Auswahl stehen Kleinwagen, Kombis oder Limousinen. Mit einer Chipkarte lassen sich die Autos an der gewünschten Station dann öffnen. Schomers: "Ich bin viel flexibler als früher. Wenn ich zum Beispiel zu Ikea fahre, buche ich einen Kombi. Für Fahrten in der Stadt wähle ich meist einen Smart."

In Düsseldorf gibt es zwei Anbieter: Greenwheels aus den Niederlanden (37 Stationen, 80 Autos) und Drive-Carsharing aus Solingen (elf Stationen, 30 Fahrzeuge). Greenwheels-Geschäftsführer Birger Holm: "Ein Carsharing-Auto ersetzt bis zu zehn private Fahrzeuge. Das ist auch ein großer Gewinn für die Umwelt."

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