Mit ein paar Klicks zur saubereren Stadt

Mit ein paar Klicks zur saubereren Stadt

Über die neue Sauber-App können Bürger Schandflecke und Müllhaufen melden. Die sollen binnen 24 Stunden beseitigt werden. Ein Test.

Düsseldorf. Ein überfüllter Mülleimer, Altpapier, das sich neben dem Container stapelt oder ein Haufen Sperrmüll, den jemand einfach am nächsten Grünstreifen abgeladen hat - all das soll nun Geschichte sein. Mit der neuen App „Düsseldorf bleibt sauber“ können Bürger seit Juni melden, wenn ihnen ein Schandfleck im Stadtgebiet auffällt. Die Stadt sorgt dann dafür, dass dieser beseitigt wird — im Idealfall in 24 Stunden. Wir haben die App getestet.

Die App kann seit dem 12. Juni kostenlos in den jeweiligen App-Stores für Apple- und Android-Geräte heruntergeladen werden. Die Verwendung ist einfach und selbsterklärend. Öffnet man die App, wird eine Eingabemaske angezeigt, in die man die Beschwerde füllen kann. Unter Kategorie kann man angeben, um welche Art von Schmutz es sich handelt. Zudem werden Angaben vom Absender abgefragt. Verpflichtend ist dabei nur Vor- und Nachname sowie eine E-Mail-Adresse, außerdem die Mitteilung über die Schmutzablagerung und der Standort. Bilder können freiwillig hinzugefügt werden.

Ich mache mich auf Müllsuche in meinem Viertel - und werde schnell fündig. Direkt vor meiner Tür liegt eine in viele Teile zerbrochene Glasflasche. Vielleicht nur eine Kleinigkeit — aber immer wieder beobachte ich Radfahrer, die einen Bogen darum machen. Wenn ein Auto entgegenkommt, ist das eher schwierig. Ich mache ein Foto und suche weiter. Ein paar Straßen weiter ist ein Mülleimer auf dem Gehweg dick überfüllt. Daneben stapeln sich schon weitere Tüten. Außerdem finde ich noch einen Papiercontainer ein Stück weiter, neben dem sich schon jede Menge Altpapier gesammelt hat.

Mit meinen drei Fotos in der Hinterhand öffne ich die App. Hier kann ich genau angeben, was mir aufgefallen ist. Also zum Beispiel: Öffentlicher Papierkorb > Gehweg > überfüllt. Darunter gebe ich meine Daten ein und entscheide mich beim Eingabefeld meiner E-Mail-Adresse für „Rückmeldung erwünscht“ schließlich will ich wissen, was mit meiner Meldung passiert. In die Mitteilung schreibe ich „Der Mülleimer ist randvoll, ein paar Tüten stehen schon daneben“. Im nächsten Feld lade ich das Foto, das ich gemacht habe hoch, darunter beim Standort gebe ich die Straßenecke ein, an der der Papierkorb steht. Es wäre auch möglich, einen GPS-Standort anzugeben - darauf verzichte ich aber. So gebe ich alle drei Orten, an denen ich etwas gefunden habe in die Maske ein. Meine Meldungen werden mir nach Abschicken in der App in meiner persönlichen Chronik angezeigt. Dann heißt es: Warten.

Für die Stadt ist die App schon jetzt ein Erfolg. Im ersten Monat nach Erscheinen wurde sie mehr als 2000 Mal heruntergeladen. Über 500 Meldungen sind bis dahin eingegangen. Diese werden an die zuständigen Behörden weitergeleitet — meist die Awista, möglicherweise aber auch Garten-, Friedhof-, Forst- oder Ordnungsamt. Ein Reinigungsteam fahre mit einem Klein-Lastwagen am späten Nachmittag durch die Stadt und arbeite die Stellen ab, erklärte Umweltdezernentin Helga Stulgies bei der Veröffentlichung der App. Vorrang hätten ungewöhnliche Stellen, Orte, an denen am nächsten Tag sowieso routinemäßig der Müll abgeholt werde, blieben außen vor.

Ein bisschen unter anderthalb Stunden dauert es, bis es dreimal in kurzem Abstand in meinem E-Mail-Postfach läutet. Eine Mitarbeiterin der Stadt bedankt sich für meinen Hinweis und sagt, dass jeweils die Awista zuständig und informiert ist. Ob alles innerhalb von 24 Stunden beseitigt wird?

Als ich am Abend — knapp fünf Stunden nach meiner Meldung - auf dem Weg zu einem Termin am überfüllten Mülleimer vorbeifahre, ist der Müll vom Mittag schon weg. Leider steht schon eine neue Tüte auf dem Papierkorb. Beim Nachhausekommen ist die Glasflasche vor der Tür rudimentär weggekehrt — für einen Radler sind es trotzdem noch zu viele Scherben auf einem Fleck. Das Papier am Container steht dort auch noch — doch es sind ja auch noch keine 24 Stunden vergangen.

Bei meinem Kontrollgang am nächsten Tag bin ich eine zufriedene Müllmelderin. Die Ablagerung am Altpapiercontainer ist beseitigt, genau wie die Scherben auf der Straße vor meiner Tür. Auf dem Papierkorb steht noch immer die Tüte vom Vorabend — allerdings wurde die wohl auch erst dort hingestellt, als die Awista den von mir gemeldeten Müll abgeholt hatte.

Die Stadt hält also ihr Versprechen. Mein Fazit: Ein gelungener Service. Obwohl ich in Zukunft wohl nicht jeden vollen Container oder Papierkorb melden würde — diesen Müll beseitigt die Awista wohl auch von selbst. Sollte einem aber an Stellen, wo die Mitarbeiter nicht ohne weiteres vorbeikommen, etwas auffallen, ist die App eine gute Möglichkeit, mit der Stadt in Kontakt zu treten.