Mit der Theatergemeinde in die Elbphilharmonie

Mit der Theatergemeinde in die Elbphilharmonie

Die Organisation weitet ihr Programm aus. Auch Premierenkarten und Auswärts-Veranstaltungen sind im Angebot.

Ob „Fledermaus“ oder „Otello“, „Hamlet“ oder Brechts „Guter Mensch von Sezuan“, die Theatergemeinde bietet die verbilligten Karten für die kommende Spielzeit schon jetzt ihren Mitgliedern an. Rund 3500 Stammgäste kaufen über die Besucherorganisation. Die ehrenamtliche Vorsitzende Heike Spies sorgt mit ihrem kleinen Team dafür, dass fast jeder Wunsch passgenau erfüllt wird.

Das ist nicht immer leicht, denn Oper und Schauspielhaus boomen. Sie sind oft ausverkauft, lassen ihre eigenen Attraktionen spielen, nehmen lieber das Geld selbst ein. „Ich wünsche mir, dass die Politik und die Spielstätten im Kräftespiel um Angebot und Nachfrage hinter uns stehen. Wir sind schließlich keine Konkurrenten, sondern Unterstützer der Häuser“, sagt Spies.

Ihre Aufgabe steht unter dem Motto „Kultur zu vermitteln in schwierigen Zeiten“. Denn oft würden sich die Gedanken eher um das Wohlbefinden des Körpers als um Kultur drehen. Um die Kultur schmackhaft zu machen, hat Thomas Bock diesmal das Mitgliederheft neu gestaltet. Es gibt sich klar, übersichtlich und informativ. Die Neuigkeiten werden besonders hervorgehoben, etwa das Premieren-Abo bei ausgewählten Stücken in Oper, Schauspielhaus und Landestheater Neuss.

Aufgrund der besonderen Nachfrage können sogar besondere Konzerte in der Kölner Philharmonie gebucht werden. Kulturreisen, Produktionen des Niederrhein Musikfestivals, Lesungen, eine Jazzreihe, Kabarett und Comedy können an verschiedenen Orten gebucht werden. Man sehe sich „am Puls der Kultur“, wie es heißt.

Wer Mitglied (Mitgliedschaft 15 Euro) ist, kann so viele Karten erwerben, wie er möchte, also Freunde und Verwandte ohne Zuschlag mitnehmen. Janine Hartenstein, die für den direkten Kontakt und Kartenwunsch zuständig ist, gibt auch schon mal die Kritik über Inszenierungen weiter, wenn der Klamauk an einem Boulevardtheater gar zu nerventötend ist. Eine „hohe Achtung“ verdiene hingegen das Theater an der Luegallee, wo die Kommunikation zwischen Schauspielern und Publikum auf hohem Niveau funktioniere, so die Vorsitzende.

Die Theatergemeinde streckt ihre Flügel weit aus. Wer etwa in Hamburg unbedingt die Elbphilharmonie besuchen will, kann über Düsseldorf an die dortige Theatergemeinde vermittelt werden.

Besonders großer Wert wird auf das Kinderprogramm gelegt. „Karten für Kids“ sind begehrt. Die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Häusern sei sehr gut. Man hoffe, dass sich diese Sparte weiter ausbauen lasse.

Beim Bücherbummel ab morgen auf der Königsallee wird die Theatergemeinde an ihrem Stand die ersten Programmhefte bereithalten. „Karten und Kultur - steigen Sie ein!“ heißt es dann.

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