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Düsseldorfer Uniklinik: Mit 134 Grad heißem Dampf gegen Krankenhauskeime

Düsseldorfer Uniklinik : Mit 134 Grad heißem Dampf gegen Krankenhauskeime

13,2 Millionen Euro hat der Umbau der neuen Sterilgutversorgung in der Uni-Klinik gekostet.

Düsseldorf. Krankenhauskeime sind ein riesiges Problem in deutschen Kliniken. Tausende erkranken jährlich dran, oft mit schlimmen Folgen, bis hin zum Tod. Deshalb müssen die Instrumente, die bei den Operationen benutzt werden, auf das Penibelste gereinigt werden, damit die Infektionsgefahr so gering wie möglich gehalten wird. Mehr als zweieinhalb Jahre wurde die Zentrale Großraumsterilisation des Universitätsklinikums auf den neuesten Stand der Technik gebracht. 13,2 Millionen Euro hat der Umbau gedauert. Im Februar wurde die 2900 Quadratmeter große Abteilung in Betrieb genommen.

In großen Containern, die vollautomatisch unter dem Klinikgelände fahren, kommen die verschmutzten OP—Bestecke in der Reinigung an. Um eine lückenlose Dokumentation zu gewährleisten, wird jedes Instrument eingescannt, bevor es in eine der 16 Spezial-Spülmaschinen geräumt wird. „Hier wird mit Chemikalien und heißem Wasser gearbeitet. Deshalb ist der Schutz der Mitarbeiter sehr wichtig“, erklärt Bereichsleiter Ulrich Dreiner. Etwa 20 000 Euro kostet so ein Gerät.

Nach der Reinigung werden die Instrumente für die einzelnen OP-Säle in sogenannte Sterilguteinheiten verpackt. Das sind zwei Körbchen, 30 Zentimeter breit, 30 Zentimeter tief und 60 Zentimeter lang. Jede Verpackerin bekommt nicht nur eine Liste, sondern auch ein Bild, wie das Körbchen auszusehen hat. Bei 250 verschiedenen Scheren ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.

„Im OP muss jeder Handgriff sitzen und die Mitarbeiter dürfen nicht lange suchen“, erklärt Dreiner. Bei Herz-Operationen kommen bis zu 170 Einzelteile in ein Körbchen. Etwa 150 000 verlassen jährlich die Sterilgutversorgung. „Bei bis zu 600 Operationen täglich ist das ein großer logistischer Aufwand“, meint Dreiner.

Bisher sind die Instrumente nur gereinigt, aber noch nicht steril. Das wird in einem letzten Arbeitsschritt von fünf Dampf- und zwei Plasmasterilisatoren erledigt. Bis zu 90 Minuten dauert dieser Vorgang, bei dem der bis zu 134 Grad heiße Dampf durch die sterile Verpackung bläst. Danach geht es wieder zurück in die OP-Säle. Fünf Stunden hat dieser Vorgang jetzt gedauert.