Lichtspieltheater in Bilk wird vergrößert Zwei weitere Säle: Umfassende Sanierung im Metropol-Kino

Düsseldorf · Düsseldorfs ältestes Kino wird im Spätsommer umgebaut. Dann gibt es vier statt zwei Leinwände und das Foyer wird größer.

 Metropol-Leiter Nico Elze vor dem großen Saal, dem „Cinerama“. Die Wand wird versetzt, um mehr Platz für das Foyer zu gewinnen.

Metropol-Leiter Nico Elze vor dem großen Saal, dem „Cinerama“. Die Wand wird versetzt, um mehr Platz für das Foyer zu gewinnen.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

.Vor mehr als 80 Jahren eröffnete an der Brunnenstraße das Metropol-Kino, das daher den Titel „Düsseldorfs ältestes Kino“ trägt. Als Spielstätte für europäische Filmkunst und US-Film in Originalversion hat das Metropol eine treue Fangemeinde. Aber der Eingangsbereich, die Treppe nach unten, das enge Foyer, die sanitären Anlagen und die zwei Säle sind doch etwas in die Jahre gekommen und wirken, als seien sie in den 1980er-Jahren stehen geblieben. Das hat auch Nico Elze gemerkt. Der 39-Jährige ist anteilhabender Geschäftsführer und sagt: „Schon seit einigen Jahren habe ich Geld zurückbehalten, um es in eine Renovierung zu investieren.“ Im Spätsommer dieses Jahres soll es so weit sein. Das Metropol wird für ein bis zwei Monate schließen, aufwendig umgebaut und bekommt zwei neue Säle.

Möglich wird die Erweiterung des Unterschosses, weil das benachbarte Hotel zurzeit leer steht. Der ehemalige Speisesaal, die alte Küche und unbenutzte Lagerräume werden in zwei Kinosäle umgebaut, einer mit 30, der andere mit 20 Plätzen. Um dort nach nebenan einen Durchgang vom alten Kino-Foyer zu schaffen, werden die Wände des Vorführraums vom kleinen Saal (dem „Phantom“) entfernt. „Die Filme werden dann von einem an der Saal-Decke befestigen modernen Laser-Projektor auf die Leinwand projiziert“, sagt Elze. Die zwei neuen Kinosäle bekommen separate Projektoren.

Der Besitzer des Gebäudes befürwortet die Umbaupläne. „Wir freuen uns, das Kulturgut Kino unterstützen zu können“, sagt Ahmmet Tunc von der Firma Wertepool, die das restliche Gebäude in ein Sozialprojekt für Obdachlose umbauen wird. Der Eingang dazu wird an die Brachtstraße gelegt, so dass der jetzt noch bestehende Eingang zum einstigen Hotel zwischen Kino und Café „Süße Erinnerung“ ausschließlich als Notausgang genutzt wird. „Die überdachte Fläche vor dem Kinoeingang kann weiterhin gut als Café-Terrasse dienen, das schöne Flair der Brunnenstraße soll erhalten bleiben“, sagt Tunc.

Dort hinter dem Kino-Haupteingang wird es auch eine Neuerung geben. Der Flur zwischen Tür und Treppe wird zum Nachbargebäude hin verbreitert, um von einem neuen Kassenhäuschen aus die Tickets direkt auf Erdgeschoss-Ebene verkaufen zu können statt wie zurzeit noch im Untergeschoss am Tresen. Auch sind einige Sitzmöglichkeiten und eine Minibar im Erdgeschoss geplant. Erheblich vergrößert wird das Foyer. Der Projektionsraum wird dem Saal angeschlossen und ist dann nicht mehr wie zurzeit durch einen Flur getrennt in einen separaten Raum. Dieser wird zu sanitären Anlagen umgebaut. Trotz der Umbaumaßnahmen soll der alternative Charme des Kinos erhalten bleiben, verspricht Nico Elze. „Schickimicki hat hier keinen Platz.“ Seit einigen Jahren beobachtet Nico Elze, dass es auf dem Markt immer mehr Filme gebe, sie könnten aber wegen zu wenigen Kinos nicht vernünftig ins Programm aufgenommen werden. Gleichzeitig sind große Säle nur selten ausverkauft. „Nach dem Umbau können wir mehr Filme zeigen und über einen längeren Zeitraum als nur ein oder zwei Wochen.“ Die Besucherzahl im Metropol und in den anderen Filmkunstkinos ist trotz der Corona-Pandemie recht stabil.

Fast eine Million Euro sind für den Umbau des Metropols geplant. Nico Elze hofft, bis zu 40 Prozent dieser Summe über Fördergelder decken zu können. Die Film- und Medienstiftung NRW mit Sitz im Düsseldorfer Medienhafen etwa hat schon eine Summe zugesagt. Wenn alles gut geht mit den Umbaumaßnahmen, soll im Herbst 2022 die Neueröffnung sein.

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