Metro: Ein Konzern wird 50 Jahre alt

Metro: Ein Konzern wird 50 Jahre alt

1964 wurde der erste Großmarkt eröffnet. Seit fast 15 Jahren ist Düsseldorf Konzernzentrale.

Düsseldorf. Der erste Metro-Großmarkt eröffnet am 27. Oktober 1964 in Mülheim an der Ruhr. Dieses Jubiläum nimmt das Unternehmen Metro Cash & Carry zum Anlass, bis zum 11. Oktober in den Metro-Großmärkten in Düsseldorf und Neuss mit seinen Kunden zu feiern.

Foto: Metro AG

Die Metro Group (auch Metro AG), mit mehreren Großhandels- und Einzelhandelsunternehmen unter einem Dach, kommt weltweit auf über 250 000 Mitarbeiter an rund 2200 Standorten in 31 Ländern. Zur Metro Group gehören: Metro/Makro Cash & Carry, Media-Markt, Saturn, Real SB-Warenhäuser und die Galeria Kaufhof Warenhäuser. Im Geschäftsjahr 2012/2013 erzielte der Weltkonzern einen Umsatz von über 66 Milliarden Euro.

Essen-Vogelheim im November 1963: Die Lebensmittel-Großhändler Ernst Schmidt und Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck eröffneten einen ersten Selbstbedienungs-Großmarkt mit dem Namen „Metro“. Schmidt-Ruthenbeck soll sich den Namen ausgedacht haben und ließ sich auch gleich den Namen schützen. Die ursprüngliche SB-Großmarkt-Idee (Cash & Carry) aus den USA der 1950er und 1960er Jahre inspirierte 1964 die Familie Schell (Fa. Stöcker & Reinshagen) ebenfalls zur Eröffnung eines solchen Cash & Carry-Marktes.

Während des Baus lernten sich die Schells und Schmidts kennen und kamen zum Schluss, dass eine Zusammenlegung ihrer Ideen und Aktivitäten erfolgreicher wäre. So gründeten die Kaufleute eine „Metro-SB-Großmärkte GmbH & Co. KG“, deren Gründungsjahr vor 50 Jahren in den Metro-Großmärkten im Jahr 2014 groß gefeiert wird.

1966 eröffnet in Berlin ein Metro-Großmarkt und Otto Beisheim, alleinverantwortlicher Geschäftsführer der GmbH, gelang es im gleichen Jahr die Franz Haniel & Cie. GmbH für die Metro-Idee zu gewinnen. Die GmbH-Anteile lagen etwa zu jeweils einem Drittel bei der Gründerfamilie Schmidt-Ruthenbeck, bei Haniel und bei Beisheim.

Weitere Eröffnungen gab es 1967 in Köln, Hamburg, München, Utrecht (NL, unter dem Namen „Makro“) und am 2. Oktober 1967 an der Schlüterstraße/Grafenberger Allee — die Düsseldorfer Metro. Ende der 1970er Jahre erwarb die GmbH Anteile am Kaufhof und 1996 ging die neue Metro AG vielversprechend an die Börse, nachdem eine Verschmelzung von Metro Cash & Carry, Kaufhof Holding AG, Deutsche SB-Kauf AG und Asko Deutsche Kaufhaus AG stattfand.

Unters Metro-Dach kamen bekannte Namen wie Huma-Einkaufszentren, Primus Sportwelt, MHB Handels AG, Pelikan AG. Zwei Jahre später kamen zeitweise auch noch Allkauf-SB-Warenhäuser, Vobis Computer, Maxdate, Adler Modemärkte und andere dazu.

Einzelne mehr oder weniger bekannte Unternehmen wurden in den folgenden Jahren veräußert, aus dem Konzern herausgelöst oder wieder zurückgekauft. Auch bei den Aktienpaketen änderten sich die Besitzerstrukturen. Seit 1999/2000 ist Düsseldorf endgültig die Firmen- und Konzernzentrale für die Metro AG und für die das Cash & Carry-Großhandelsgeschäft. Die Konzerngruppe investierte bis 2005 über 100 Millionen Euro in Neubauten („Stadtkante“) eines Riesen-Bürokomplexes, zu dem auch ein Extra-Supermarkt, ein Media-Markt und eine Kindertagesstätte gehören.

Für Düsseldorf erwies sich die Metro auch als Sponsor in kulturellen und sportlichen Bereichen. Die Metro AG war Namensgeber der Eishockey-Cracks „DEG Metro Stars“, alljährlich findet der „Metro Group Marathon“ statt. Der Konzern beteiligt sich als Sponsor beim Museum Kunstpalast, bei der Stiftung Deutsche Kinderkrebshilfe oder kümmert sich um den Skulpturenpark in Flingern-Nord.

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