Messe boot 2019: Warum Düsseldorfer sie lieben

Messe : Warum die Düsseldorfer „ihre“ Messe boot lieben

Seit 50 Jahren zieht die Messe auch viele Gäste aus der eigenen Stadt an – eine Analyse.

Wassersport ist in und die 50. boot will ab Samstag hohe Wellen schlagen: Mit erstmals 2000 Ausstellern und 250 000 Besuchern aus 100 Ländern präsentiert sich neun Tage lang die weltgrößte Indoor-Wassersportmesse zum Jubiläum.

An einem nebeligen Novembertag 1969 begann die Erfolgsgeschichte der boot in der Halle an der Fischerstraße mit 34 000 Besuchern und 116 Ausstellern aus sieben Nationen. Der Direktor der boot, Petros Michelidakis, weiß, warum die boot damals und heute bei den Düsseldorfern so beliebt ist: „Die boot ist magisch und einzigartig. Nirgends auf der Welt kann der Besucher den Wassersport so facettenreich quasi vor der Haustür erleben.“ Damals sei allein die Ausstellung von Booten in einer Messehalle eine Sensation gewesen. Heute sei in Düsseldorf bei der boot alles an Bord, was den Sport und die Erholung im, auf und am Wasser ausmache. „Ob Segeln, Motorboot fahren, Tauchen, Surfen, Paddeln oder einfach im Wasser relaxen, auch das Boot für den Charterurlaub kann hier direkt besichtigt werden.“

Auf der boot werden auch Traumziele zu den schönsten Stränden der Welt, Törns in verlockende Segelreviere, Tauchgänge an exotischen Zielen oder gemütliche Hausboottouren vorgestellt. „Zudem flitzen hier coole Typen übers Wasser. Alle, die ihr Können zeigen, sind echte Profis, am Seil beim ,Tow-In’-Windsurfing oder auf der riesigen Welle“, verspricht Michelidakis.

Stars, die Autogramme geben, Projekte für einen besseren Meeres- und Gewässerschutz, Mitmachaktionen wie Tauchen, Segeln, Paddeln, Angeln und Surfen – auf der boot finde wohl jeder etwas Passendes für sich: Natürlich hat auch das E-Gaming in die Hallen Einzug gehalten. Im E-Sailing-Contest werden virtuelle Regatten im olympischen Segel-Revier von Kiel-Schilksee gefahren. Auch an die Kinder sei gedacht mit einer Hai-Hüpfburg und einem Piratenschiff. Und wer nach so vielen Eindrücken auch im größten Besucherrummel etwas entspannen wolle, der sei auf der boot ebenfalls richtig: „Wir bieten Yoga auf einem SUP-Board an!“. Das sei eine neue Form der Entschleunigung in der Natur, erklärt Michelidakis.

Die Hotels und Gaststätten in der Stadt frohlocken, wenn im ansonsten eher schläfrigen Januar alljährlich die Wassersportmesse beginnt: „Der Januar ist der ruhigste Monat im Jahr und wird durch die Messe belebt“, sagt Giuseppe Saitta, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Die boot sei zwar eine Verbrauchermesse mit Tagesbesuchern, die am Abend wieder weg sind, aber durch die wachsende Zahl der Aussteller auch ein gutes Geschäft für Hoteliers und Gastronomen.

Peter Klinkhammer von der Partykneipe „Dä Spiegel“ profitiert auch von Messegästen: „Das ist eine wichtige Veranstaltung im sonst ruhigen Januar. Besucher von Fachmessen bleiben zwar länger in der Stadt als die Gäste der Publikumsmesse boot, aber an den Messetagen geben hier dennoch viele Gas!“.

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