Düsseldorf: Mensch und Tier in einem Grab: Erlaubt, aber nicht nachgefragt

Düsseldorf : Mensch und Tier in einem Grab: Erlaubt, aber nicht nachgefragt

Die Asche des toten Haustiers darf als Beigabe mit ins Grab. In Düsseldorf ist das aber noch nicht vorgekommen. Wir haben mit Tierhaltern gesprochen, wie sie die Idee finden.

Düsseldorf. Hund und Katze gehören zur Familie — und vielen Menschen steht der vierbeinige Weggefährte näher als Freunde oder Angehörige. Nun können Hund und Herrchen auch in einem gemeinsamen Grab die letzte Ruhe finden, ein Erlass des Landes macht das auch in Düsseldorf möglich: „Bei einer Beisetzung kann auf Wunsch die Asche eines Tieres als sogenannte Grabbeigabe mit ins Grab kommen“, teilte ein Stadtsprecher mit. „Allerdings haben wir noch keinen Fall in Düsseldorf gehabt.“

Ashkan Maleki (mit Coco) ist eher skeptisch. Foto: Michaelis

Eine Umfrage der WZ bei Hunde- und Katzenhaltern zeigt, dass die meisten der Befragten lieber mit einem geliebten Menschen als mit dem Haustier das Grab teilen wollen. Svenja Häring aus Golzheim hat sich schon viele Gedanken zu diesem Thema gemacht: „Ich habe die Asche meines verstorbenen Hundes bei mir zu Hause stehen“, sagt sie. An der Leine hat sie Krümel. Der sieben Monate alte Mops ist quietschfidel, doch die 40-Jährige weiß, wie schnell ein Hundeleben vorbei ist: „Wenn Krümel eines Tages stirbt, will ich seine Asche auch bei mir zuhause haben“, sagt sie. Und dann wolle sie verfügen, dass die Asche ihrer Tiere in das gemeinsame Grab mit ihr und ihrem Mann komme.

Gerlinde Förster (65) weiß, dass es möglich ist, den Hund mit ins eigene Grab zu geben. Sie hat einen Pointer, der gerade erst drei Jahre alt ist: „Ich bin alleinstehend und es ist ein schöner Gedanke, dass ich später mit Leon begraben werden kann.“

Manfred Kratz (49) aus Benrath hat einen Dackel mit Namen Herkules und der Rüde ist schon 15 Jahre alt: „Das Problem ist nur, dass man die Asche des Tieres bis zur eigenen Bestattung aufbewahren muss, und das kann ja möglicherweise lange dauern“, sagt er.

Ralf Schwale hat Hund und Katze im Haus. Der 53-Jährige sieht das Ganze eher pragmatisch: „Wer es mag, warum nicht?!“ Das erspare die Kosten für den Tierfriedhof. „Und außerdem haben sich einst die Keltenfürsten auch mit ihren Streitrössern begraben lassen“. Dennoch möchte er nicht mit seinen Tieren begraben werden: „Nach dem Tod hat ein Tier nicht mehr den Stellenwert für mich.“

Ashkan Maleki (31) liebt seine Hündin Coco sehr: „Sie ist zwar ein Familienmitglied und wenn sie eines Tages stirbt, soll sie auch beerdigt werden und einen großen Grabstein bekommen, aber nicht mit mir und meiner Familie“, sagt er.

Auch Boris Schmidt (69) hat wenig übrig für eine gemeinsame Beerdigung von Mensch und Tier: „Ich habe meinen Hund lieb und behandele ihn gut, aber den Stellenwert eines Menschen hat er für mich nicht.“

Margret Doege betreibt seit 14 Jahren Düsseldorfs einzigen Tierfriedhof am Südring und ist froh, dass ein Mensch sein geliebtes Haustier mit ins Grab nehmen kann: „Das ist eine gute Sache.“ Doch sie gibt zu bedenken, dass die Vereinigung im Grab die Trauerarbeit nach dem Tod eines geliebten Tieres nicht ersetze: „Trauer muss abgearbeitet werden, da hilft auch nicht die Perspektive auf ein gemeinsames Grab.“

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