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Mehr Polizeikameras für die Düsseldorfer Altstadt

Sicherheit in Düsseldorf : Weitere Videokameras für die Altstadt

Künftig wird es auch am Grabbeplatz, in der Mertensgasse und am Marktplatz eine Videoüberwachung geben, die bei Bedarf aktiviert wird. Die Polizei will so die Bildung neuer Kriminalitätsschwerpunkte verhindern.

Die Polizei will für mehr Sicherheit in der Altstadt sorgen. „Die Videobeobachtung und die dazugehörige Technik wird erneuert und erweitert“, sagt Polizeipräsident Norbert Wesseler. Künftig soll es auch am Grabbeplatz, an der Ecke Bolkerstraße/Marktplatz und in der Mertensgasse Kameras wie beispielsweise am Bolker­stern, auf dem Burgplatz beziehungsweise der Kurze Straße geben. Erneuert wird auch das Kabelnetz, die dafür notwendigen Tiefbauarbeiten haben bereits begonnen. Glasfaser tritt nun flächendeckend an die Stelle älterer Materialien. So können künftig mehr Daten schneller in die Altstadtwache an der Heinrich-Heine-Allee übermittelt werden.

Die dort arbeitenden Beamten aktivieren die Kameras bei Bedarf. Beobachtet wird aber nicht rund um die Uhr, sondern vor allem am Abend und an den Wochenenden. Und rund um Großveranstaltungen, bei denen mit erhöhter Gewaltbereitschaft der nicht selten betrunkenen Altstadt-Besucher zu rechnen ist. In der Regel werden die Daten nach 14 Tagen gelöscht.

Das größte Vergnügungsviertel der Region gilt als Hotspot für Gesetzesübertretungen. Raub und Körperverletzung sind – zumindest jenseits der harten Corona-Lockdowns – an der Tagesordnung. Erst im Dezember hatten rund 50 Jugendliche einen Polizeiwagen bedrängt und verfolgt. Während der Fahrt über die Hunsrücken- und die Neustraße schlugen und traten die Enthemmten gegen das Auto. Ein Jugendlicher posierte auf der Motorhaube, ein anderer legte sich auf die Straße, um die Weiterfahrt zu verhindern. Vieles davon wurde von den polizeieigenen Kameras aufgezeichnet und konnte bei der Suche nach Verdächtigen eingesetzt werden.

Mit der Ausdehnung auf den Grabbeplatz, wo zwei der vier neuen Beobachtungskameras bis spätestens Mitte 2021 stehen sollen, reagiert die Polizei auch auf die Sorgen von Anliegern in der nördlichen Altstadt. „Bürger haben uns wiederholt berichtet, dass sie sich hier nicht mehr sicher fühlen“, sagt Fleiß. Auch Mitarbeiter der nahe gelegenen Kultureinrichtungen hätten erklärt, sie würden sich vor allem am Abend mit mulmigen Gedanken auf den Nachhauseweg begeben. „Die Kameras sollen dabei helfen, hier die Entstehung eines neuen Kriminalitätsschwerpunkts zu verhindern“, sagt Wesseler.

Mit der Erweiterung des Konzepts reagieren die Ordnungshüter auch auf ein verändertes Freizeitverhalten. Noch bis vor drei, vier Jahren, so Wesseler, sei vor allem die klassische Kneipenmeile auf der Bolkerstraße ein Hotspot gewesen. Inzwischen machten vor allem die Jüngeren Freiflächen und Plätze zu ihrem Aufenthaltsraum. „An der Freitreppe am Burgplatz und zunehmend auch auf dem Grabbeplatz wird dann geredet, getrunken und gefeiert – manchmal mit unschönen Folgen“, sagt der Polizeipräsident.

In Ausbau und Modernisierung investiert die Polizei nach eigenen Angaben einen niedrigen sechsstelligen Betrag. An einigen Stellen werden die Glasfaserkabel den bislang noch eingesetzten Richtfunk ersetzen. „Der hatte zwar den Vorteil, dass ihm Bagger bei Bauarbeiten nichts anhaben konnten, dafür war er anfällig für Wettereinflüsse“, sagt Fleiß. Mit den neuen Kabeln wachse zudem das Datenvolumen, das in die Wache weitergeleitet werden könne. Und genau das sei notwendig, denn eine immer ausgefeiltere Kameratechnik mit optimierter Bildqualität und höheren Zoomfaktoren erfordere leistungsstärkere Leitungen. Im Schnitt werden die demnächst 14 Kameras bis zu 200 Datensequenzen im Jahr bereitstellen. Wie viele Gesetzesübertreter bislang mit Hilfe der Kameras ermittelt wurden, können die Beamten nicht genau beziffern. Aber die Erfolge seien unstreitig.

„Die Videobeobachtung verhindert nicht immer den allerersten Schlag, aber häufig doch die schweren Folgen, die ohne ihren Einsatz eingetreten wären“, sagt Thorsten Fleiß, Chef der neuen Wache an der Heinrich-Heine-Allee. Die Technik diene eben nicht nur der nachträglichen Fahndung, sondern vor allem auch der Prävention. Und Wesseler ergänzt: „Hinzu kommen helle Lampen, die wir an neuralgischen Punkten wie zum Beispiel dem Burgplatz einschalten, das ist ein wesentlicher Teil des Konzepts.“ Das Lichtkonzept will der Polizeipräsident weiter ausdehnen. „Und zwar an Standorten mit und ohne Videobeobachtung.“ Über die genauen Plätze und Straßen, an denen das geschehen soll, werde noch beraten.