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Mehr Platz für Radfahrer auf der Karlstraße in Düsseldorf

Straßenerneuerung : Karlstraße: Mehr Platz für Radfahrer

Die Stadt hat das Konzept für den Radweg im Bahnhofsviertel überarbeitet. Der neue Plan hat viele Vorteile, aber auch einen Verlierer.

Ein Vorzug des neuen Plans für den Radweg auf der Karlstraße steht gut sichtbar am Anfang einer Beschlussvorlage für den Verkehrsausschuss, die anderen aber sind versteckt hinter vielen, vielen Details. Der sichtbare Vorzug: Die Kosten sind im Vergleich zum Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss aus dem Oktober 2017 gesunken – und das, obwohl Baukosten in solchen Zeiträumen eigentlich immer steigen und ja auch diejenigen bezahlt werden mussten, die den Plan überarbeitet haben (20 000 Euro). Denn es steht im neuen Plan eine Zahl knapp über drei Millionen Euro, die 31 000 Euro niedriger ist als die alte Zahl.

Die versteckten Pro-Argumente stehen am Ende der Vorlage in unscheinbaren Sätzen: Ursprünglich hätten 18 Bäume gefällt werden müssen, nun sind es nur noch acht. Und statt elf Parkplätze entlang der Strecke entfallen nur noch fünf. Die Verkehrsverwaltung hofft, das alles bis „Mitte 2020“ umzusetzen.

Dass der Plan von 2017 noch einmal überarbeitet wurde, hängt nach Angaben des Verkehrsamtes mit einer veränderten Philosophie zusammen. Das alte Konzept trug noch erkennbar den Ansatz in sich, Autos und Laster zu bevorzugen. Deshalb sollten für den Radweg viele Kreuzungen der Karlstraße umgebaut werden, damit die Autofahrer möglichst wenig von den Folgen spüren. Mittlerweile verfolgt die Stadt den Ansatz, alle Verkehrsarten gleichberechtigt zu behandeln, deshalb brauchte es für die Karlstraße neue Gedanken. Die resultieren unter anderem aus den Erfahrungen, die die Stadt in der Zwischenzeit mit neuen Radwegen gemacht hat, etwa auf der Friedrich-, der Aachener- und der Kölner Straße. Weitere Anregungen kamen aus der Fachgruppe Rad sowie von den Bürgern. Nun werden die Knotenpunkte, Seitenräume und Mittelinseln weitgehend so gelassen, wie sie heute sind, das spart erhebliche Kosten.

Bei allen Vorzügen kennt das Konzept auch einen Verlierer: den Autoverkehr. Das ist in der Vorlage klar formuliert: „Auf einzelnen Fahrstreifen sind am Ende der Freigabezeiten während Hauptverkehrszeiten Rückstaus möglich. Die mittleren Wartezeiten werden sich im Vergleich zum Bestand erhöhen. Die Güte des Verkehrsablaufs wird aber nach wie vor gut sein“, heißt es darin. Den Autofahrern stehen nach dem Umbau in beiden Richtungen zwei Fahrstreifen plus Abbiegespuren zur Verfügung, aber eben nicht mehr drei.

Für die Radfahrer hat sich der Plan verbessert

Auf der anderen Seite erscheinen die Wege für Radfahrer merklich verbessert. Die Strecken sind gradliniger und die Radler dadurch klarer im Blickfeld für Autofahrer. Außerdem fallen Radstreifen weg, die zwischen den Fahrspuren der Autos verlaufen sollten und bei den Nutzern oft ein unsicheres Gefühl auslösen.

Am deutlichsten sichtbar werden die Veränderungen auf dem Stück der Karlstraße zwischen Immermann- und Kurfürstenstraße (Fahrtrichtung Worringer Platz). In diesem Abschnitt kommt von rechts eine Spur dazu. Im Moment nutzen Busse und Autos sie als Beschleunigungsspur, wenn sie von der Seite auf die Karlstraße kommen. Diese Spur soll künftig den Radfahrern gewidmet werden. Das heißt: Die rechte Spur wird ein Radweg, der auch für den Linienverkehr freigegeben ist. Kommt ein Bus, meldet der Fahrer sich an einer noch zu bauenden Ampel an. Dann schaltet die Radfahrer-Ampel auf Rot und die Busse können auf die Strecke gehen.

Wie das Ganze in einem Jahr voraussichtlich aussieht, davon können sich Radfahrer in der Nähe schon mal einen Eindruck machen. Zwischen Wehrhahn und Ackerstraße ist auf der Worringer Straße ein neuer Radfahrstreifen geschaffen worden, der seit April freigegeben ist. Er schließt dann bald an die Wege an, die auf der Karlstraße und dem Worringer Platz nach dem neuen Plan entstehen.