Mehr Menschen, mehr Jobs: So sieht unsere Zukunft aus

Die Planer haben große Ziele für das Jahr 2020: Sie wollen 16 000 neue Einwohner und 27 000 weitere Jobs. Wie das gelingt, sagt ein neues Konzept.

Düsseldorf. Düsseldorf ist eine wachsende Stadt - und soll es bleiben. Die wichtigsten Ziele sind klar definiert: Die Einwohnerzahl soll bis zum Jahr 2020 von jetzt 585 000 auf 601000 steigen. Die Zahl der Arbeitsplätze wird sich demnach von 463 000 auf 490 000 erhöhen. Und: Trotz der demographischen Entwicklung soll die Stadt nicht überaltern, indem sie attraktiv für Familien bleibt.

Gelingt das, wird Düsseldorf seinen Spitzenplatz unter den prosperierenden Städten in Deutschland halten. Eine große Aufgabe. Eine wichtige Aufgabe. Und eine schwierige. Wie das Projekt gelingen soll, das steht in einem neuen Konzept, das gestern erstmals im Planungsausschuss vorgestellt wurde.

Allein die Kurzfassung umfasst schon mehr als 60 Seiten, die Langfassung mehr als 200. Darin zusammengefasst wird alles, was die Stadt ohnehin schon tut - und was sie noch tun sollte. "Es ist ein Kompass für die Zukunft", erklärt Planungsdezernent Gregor Bonin. Gegliedert ist es in die "drei Säulen der Stadtentwicklung":

Soll Düsseldorf wachsen, muss es attraktiven, neuen Wohnraum geben. Laut Bonin soll die Zahl fertiggestellter Wohneinheiten von zurzeit rund 1000 pro Jahr auf 2000 steigen - für Neubürger und für steigenden Wohn-Flächenbedarf der Düsseldorfer.

Doch die Flächen sind arg begrenzt. Deshalb soll verdichtet werden, etwa durch neue Wohntürme oder die Bebauung von Hinterhöfen. Dazu soll beispielsweise ein Innenhof-Atlas erarbeitet werden, um die vorhandenen Potenziale zu ermitteln. Frei- und Grünflächen sollen nicht in großem Stile angetastet werden. Außen-Stadtteile wie Angermund sollen lediglich "abgerundet" werden.

Der Rückgang industrieller Arbeitsplätze soll gestoppt werden. Zugleich soll der Dienstleistungsbereich weiter wachsen, unter dem Strich werden 27 000 neue Jobs erwartet. Gefährlich aber, so sagen Experten, könnte sich der größer werdende Fachkräftemangel auswirken. Folgerung: Die Stadt muss so attraktiv sein, dass sie eine "Magnetwirkung auf Kapital und Köpfe" entwickelt. Gestützt werden soll der Standort durch vier Schwerpunktbereiche: Information und Kommunikation, Kreativwirtschaft, Biotechnologie und Beratung (damit ist ein Netzwerk von Wissenschaft und Hochschulen gemeint).

Düsseldorf soll der demographischen Entwicklung trotzen. Ziel ist, dass der Anteil unter 18-Jähriger nur von 15,3 auf 14,8 Prozent zurückgeht und das Durchschnittsalter der Bevölkerung entsprechend nur geringfügig steigt - von 42,8 auf 43,3Jahre. Damit das gelingt, muss die Stadt noch attraktiver für Familien werden. Kinderbetreuung und Ausbildung sind wichtige Stichworte, aber auch weiche Standortfaktoren wie Kultur und Sport.

Was getan werden muss, um all diese Ziele zu erreichen, das ist der Inhalt des Konzeptes. Ob es die richtigen Ziele sind - und die richtigen Wege dahin, darüber werden die Politiker in den nächsten Monaten streiten.

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