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Mehr Hilfe für Obdachlose im Winter

Mehr Hilfe für Obdachlose im Winter

Angebot der Nothilfe steht durchgängig und nicht mehr temperaturabhängig zur Verfügung.

In Düsseldorf muss niemand auf der Straße schlafen. Doch es gibt eine Reihe von Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen lieber unter freiem Himmel übernachten, als in eine feste Unterkunft zu gehen. Was in der warmen Jahreszeit kein Problem ist, wird bei Frost leicht zur tödlichen Gefahr. „Die Stadt verfügt in enger Kooperation mit den Düsseldorfer Trägern der Wohnungslosenhilfe über ein engmaschiges und umfangreiches Angebot für wohnungslose Menschen. Mit niedrigschwelligen Angeboten werden auch diejenigen erreicht, die am Rande der Gesellschaft stehen. Erstmals wird in diesem Jahr das Angebot der Winternothilfe nicht mehr temperaturabhängig sondern durchgängig von November bis März 2018 geöffnet sein. Wir lassen niemanden allein“, so Stadtdirektor und Sozialdezernent Burkhard Hintzsche.

Grundsätzlich stehen ganzjährig unterschiedliche Unterkünfte für Tag und Nacht zur Verfügung. Darüber hinaus wird auch in diesem Winter wieder die Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des heiligen Franziskus, Sozialwerke e. V., das Angebot der Winternothilfe vorhalten. Auf der Prinz-Georg-Straße werden von Mittwoch, 15. November, bis Donnerstag, 15. März 2018, in der Zeit von 19 bis 7 Uhr Übernachtungsplätze für die Menschen zu Verfügung gestellt, die die herkömmlichen Unterkünfte nicht aufsuchen.

Derzeit sind in Düsseldorf rund 400 Menschen in stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und rund 900 Menschen in städtischen Notunterkünften — sowohl in Sammelunterkünften als auch in Einzelwohnungen — untergebracht. Daneben stehen ganzjährig rund 140 Plätze in Notschlafstellen zur Verfügung. Die Anzahl dieser Plätze kann bei Bedarf jederzeit erweitert werden.

In diesen Einrichtungen besteht auch die Möglichkeit, zur Körper- und Wäschepflege, zur medizinischen Grundversorgung und zur Sozialberatung. Bei der Beratung steht die Vermittlung von Wohnraum, wie zum Beispiel in eine eigene Wohnung, in eine besondere stationäre Einrichtung oder in eine städtische Notunterkunft im Vordergrund. In den Tagesstätten sowie von der Bahnhofsmission und der Armenküche werden bei Bedarf warme Mahlzeiten beziehungsweise warme Getränke angeboten.

Im Durchschnitt übernachten etwa 120 bis 150 Menschen auf der Straße. Scham, Unwissenheit, Angst vor Behörden, Alkohol- und Drogensucht oder psychische Probleme sind oftmals Gründe, warum sie die Angebote der Wohnungslosenhilfe nicht annehmen.

Auch Vorbehalte gegen vorhandene Regeln in den Unterkünften, aber auch die freie Entscheidung für eine andere Lebensform, gehören dazu. Um auch diese Menschen erreichen zu können, finanziert die Stadt Düsseldorf zusammen mit dem Landschaftsverband Rheinland Streetworker. Sie halten stetig Kontakt zu den Wohnungslosen, die auf der Straße leben und weisen einzelfallbezogen immer wieder auf die Angebote zur Beseitigung der Wohnungslosigkeit hin.

Gerade im Winter zeigt sich, dass trotz aller Bemühungen nicht alle obdachlosen Menschen die vorhandenen Angebote annehmen und stattdessen auf der Straße übernachten. Diesen Menschen gilt, wie auch in den vergangenen Jahren, ein besonderes Augenmerk. Die Streetworker sowie der Ordnungs- und Servicedienst des Ordnungsamtes sind an kalten Wintertagen verstärkt im Stadtgebiet unterwegs und weisen auf die Angebote für wohnungslose Menschen hin.