Mehr Frauen in Düsseldorf werden Opfer von Menschenhandel

Kriminalität : Mehr Frauen werden Opfer von Menschenhandel – auch in Düsseldorf

Im ersten Halbjahr wurden bereits 72 Fälle registriert, meist geht es um Zwangsprostitution. Umfassende Hilfe bietet die Frauenberatungsstelle.

„Menschenhandel im Kontext von Prostitution“: Ein ebenso bedrückendes wie relevantes Thema in Düsseldorf. Denn die Zahl der von diesem Verbrechen betroffenen Frauen nimmt zu, das geht aus dem Bericht hervor, den Anita Pavlovska von der Fachstelle für Opfer von Frauenhandel bei der Frauenberatungsstelle  am Dienstag im Gleichstellungsausschuss vortrug. Wurden 2015 noch 62 Fälle von Menschenhandel in der Stadt registriert, waren es 2017 86 – und allein im ersten Halbjahr 2018 (weitere Zahlen liegen noch nicht vor) schon 72. Hinzu kommt, dass die Experten von einer nicht gerade kleinen Dunkelziffer in diesem Bereich ausgehen.

Denn Anita Pavlonka machte klar, dass es viel Courage erfordert, Anzeige gegen einen Peiniger zu stellen oder als Zeugin auszusagen. Meist geht es (auch) um Zwangsprostitution. Die Frauen sind zwischen 18 und 35 Jahre alt, alleinstehend, zum Teil mit kleinen Kindern. Sie leben oft in sozial prekären Verhältnissen. Viele kommen aus Afrika, Bulgarien, Rumänien, Serbien – aber auch aus Deutschland. Für sie alle gibt es in Düsseldorf ein Hilfenetz, das von der Beratung, einer medizinischen Untersuchung über  Deutsch- und Integrationskurse bis zu geschützt-geheimen Unterkünften reicht. Ausdrücklich lobte Pavlonska nicht nur die enge Kooperation mit lokalen Hilfsangeboten wie Kompass, Trebe Café oder Aidshilfe, sondern auch mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Und, gute Nachricht für ihre Fachstelle für Opfer von Frauenhandel: Das Land finanziert 2019 eine zusätzliche Stelle.

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