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Medizin: Erste Hilfe, wenn das Baby zu früh kommt

Medizin: Erste Hilfe, wenn das Baby zu früh kommt

Die Zahl von frühgeborenen Kindern steigt stetig – im EVK hat man sich mit einem neuen Versorgungskonzept darauf eingestellt.

Düsseldorf. 500 Gramm. Noch vor wenigen Jahren hätten Ärzte Neugeborene mit diesem Geburtsgewicht aufgegeben. "Nicht lebensfähig" hätte der Befund gelautet - das Todesurteil für ein hilfloses Häuflein Mensch. Mittlerweile hat sich das grundlegend geändert. Kinder, die lange vor dem ausgezählten Geburtstermin zur Welt kommen, haben die Chance auf ein normales Leben ohne Beeinträchtigungen. Zumindest dann, wenn Ärzte, Krankenhäuser und Hebammen darauf vorbereitet sind.

So wie es im Evangelischen Krankenhaus in Unterbilk der Fall ist, das sich mit einem neuen Versorgungskonzept auf die stetig steigende Zahl von Frühchen eingestellt hat. "Perinatalzentrum Level 1" heißt die Kinder-Intensivstation im achten Stock. Eine komplett neue Station der höchsten Versorgungsstufe, 230 Quadratmeter voll mit hochmoderner Technik in ungewohnt freundlicher Atmosphäre. Bis zu zwölf Mini-Patienten in den drei Zimmern können dort versorgt werden - interdisziplinär, wie es sich für moderne Krankenhausmedizin gehört.

"Wir versorgen Neugeborene, die ab der 24. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von etwa 500 Gramm zur Welt kommen", sagt Prof. Susanne Schweitzer-Krantz, Leiterin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. 460 Babys seien im Vorjahr früher als geplant zur Welt gekommen - bei 1500 Geburten. Tendenz steigend. "Die Kinder haben gute Chancen, gesund aufzuwachsen - wenn sie richtig versorgt werden", sagt Schweitzer-Krantz.

Damit das nicht vom Zufall abhängt, arbeitet das EVK mit einem niedergelassenen Praenatalmediziner zusammen, Dr. Peter Kozlowski, der von Februar an auch als Leiter der Abteilung am EVK arbeiten wird. Risikoschwangerschaften werden so von Anfang an, also lange vor der Geburt begleitet - mit Gynäkologen, Hebammen und Spezialisten für Frühgeburten.

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www.evk-duesseldorf.de