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Düsseldorf: Masern: Stadt warnt alle Kliniken

Düsseldorf : Masern: Stadt warnt alle Kliniken

Fast 300 Fälle in Duisburg alarmieren das Gesundheitsamt. Vor allem die Jahrgänge 1970-99 sollen Impfstatus prüfen.

Düsseldorf. Fast 300 Fälle in der Nachbarstadt Duisburg, 403 in NRW insgesamt: Die vielen Masern-Erkrankungen in der Umgebung von Düsseldorf und insbesondere der Tod einer 37-jährigen Frau in Essen vergangene Woche, die an Masern erkrankt war, haben die Stadt alarmiert. Das Gesundheitsamt hat deshalb jetzt eine Warnung an alle Düsseldorfer Krankenhäuser herausgegeben, wonach die sich auf mögliche Patienten mit dem Masernvirus einstellen sollen.

In Düsseldorf gibt es aktuell keinen (registrierten) Masern-Fall. Dennoch empfehlen das Gesundheitsamt und das Robert-Koch-Institut allen Bürgern, ihren Masern-Impfschutz zu überprüfen und bei Bedarf zu komplettieren. Ungeimpfte Kinder und Jugendliche sollten möglichst schnell nachgeimpft werden. Im Visier hat die Stadt aber besonders die Jahrgänge 1970 bis 99, weil in dieser Zeit oft nur einmal geimpft wurde. Einen guten Schutz hat man aber erst nach der zweiten Impfung, die im Abstand von mindestens vier Wochen nach der ersten empfohlen wird. Die in Essen verstorbene Frau hatte offenbar nur eine Impfung bekommen.

Die erste sollte bei Kleinkindern im Alter von 11 bis 14 Monaten vorgenommen werden. Und das wird sie in Düsseldorf auch in sehr hohem Maße, meist erhalten die Kleinkinder bei ihrem Kinderarzt zwei „MMR-Impfungen“ gegen Masern, Mumps und Röteln. 2015 lag die Kinder-Impfquote laut Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke in Düsseldorf bei 98 Prozent (1. Impfung) und 95,6 % bei der zweiten. Damit wird die Norm der Weltgesundheitsorganisation WHO übertroffen. Auch deshalb ist eine Impfpflicht für Kindergarten- und Schulkinder in der Landeshauptstadt (noch) kein Thema.

An den Zahlen hat sich laut Gesundheitsamtsleiter Klaus Göbels nicht viel geändert: „Schulkinder sind nicht das Problem, die sind weitgehend durchgeimpft, problematischer sind junge Erwachsene, vor allem Männer, weil die seltener zum Arzt gehen.“ Wer im Zweifel sei, solle sich auf jeden Fall nachimpfen lassen.