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Masern-Alarm in Waldorf-Schule

Masern-Alarm in Waldorf-Schule

Ausbruch: Vier Kinder sind erkrankt, Unterricht gibt es nur noch nach Vorlage eines Impfpasses.

Düsseldorf. In Kleingruppen müssen die Schüler der Rudolf Steiner-Schule seit gestern zum Unterricht antreten. Die dunkelgelben Impfpässe in der Hand warten sie an den Kontrollpunkten, um zur Schule zugelassen zu werden. Der Grund: am Donnerstag vergangenener Woche erkrankten zwei Kinder an Masern, zwei weitere Fälle kamen hinzu. "Ungewöhnlich ist das nicht, es kommt immer wieder zu Ausbrüchen von Masern in der Stadt", sagt Heiko Schneitler vom Gesundheitsamt.

Seit Februar sind ihm rund 60 Masererkrankungen bekannt. Das Problem in Gerresheim: Einige Schüler sind nicht geimpft und damit nicht ausreichend geschützt. "In der Regel liegt die Impfquote bei 80 Prozent, in der Waldorfschule ist sie niedriger", erklärt Schneitler. Franz Glaw, Vorstandssprecher der Waldorfschule, gibt dagegen Entwarnung: "Gestern haben die meisten Eltern ihre Kinder impfen lassen."

Für Kinder sind Masern nicht ungefährlich, denn die Krankheit ist hochinfektiös - von 100 Kindern erkranken durchschnittlich 99 - und keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen. Kinderarzt Claus Bode warnt: "Masern können tödlich enden oder schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Jedes vierte Kind muss im Krankenhaus behandelt werden."

Um die Ansteckungsgefahr zu vermindern, kontrolliert die Schule seit Montag Impfpässe und Atteste der Kinder. In überschaubaren Gruppen, denn je mehr Kinder aufeinandertreffen, desto höher ist das Infektionsrisiko. Nur wer ausreichend geschützt ist, oder gegen die Kinderkrankheit immun, darf am Unterricht teilnehmen. Rund zwanzig Schüler wurden bisher von der Schule ausgeschlossen. "Sie bekommen Aufgaben und Materialien nach Hause geschickt", sagt Wolfgang Winkler, Geschäftsführer der Waldorfschule. Dort müssen sie bleiben - bis zum 15. Juni. Bis dahin geht in diesem Fall die Inkubationszeit.

Während gestern eine Vielzahl der Unterrichtsstunden gestrichen werden musste, auch die Lehrer brauchten ein Attest vom Arzt, hat sich die Lage gestern wieder entspannt. "Die Situation ist ruhig", erklärt Winkler. Und auch Schneitler ist zufrieden: "Die Zusammenarbeit ist gut." Positiv sei, dass die Schule die Kontrollen selbst durchführe. "Die Lehrer sind einfach näher an den Schülern dran." Von ihnen übrigens ist der Großteil geimpft oder gegen Masern immun. Eine Riegelungsimpfung für Schulkinder einzuführen, schließt Schneitler vorerst aus: "Die Entscheidung liegt bei den Eltern."