Düsseldorf Mann bezahlte Prostituierte mit falschen Geldscheinen

Düsseldorf. Marcel T. (Name geändert) fühlt sich sichtlich unwohl. Mit seiner schwangeren Frau habe er am Vorabend diskutiert, ob sie ihn zum Prozess begleiten soll. „Wir haben uns dann doch dagegen entschieden“, sagt der 38-Jährige dem Richter.

Er wolle heute reinen Tisch machen.

Marcel T. wird vorgeworfen, zwischen Juli 2014 und Januar 2015 in fünf Fällen mehrere falsche 50-Euro-Scheine in Umlauf gebracht zu haben. Damit bezahlte er Prostituierte, mit denen er sich in seine Büroräume zurückzog. „Ich machte eine schwere Zeit durch, war mit meiner Sexualität nicht im Reinen. Zurzeit befinde ich mich deshalb in einer Sexual- und Eheberatung“, sagt er. Marcel T. berichtet von einem Bekannten, den er im Sommer 2014 kennenlernte und mit dem er über seine sexuellen Bedürfnisse sprach. Dieser habe ihm ein in seinen Augen verlockendes Angebot gemacht: „Er wollte dabei zu sehen, wenn ich mich mit den Frauen vergnügte, und wollte dafür die Prostituierten bezahlen“, so Marcel T.

Fünf Mal habe es diese Vereinbarung gegeben. Jedes Mal habe der besagte Kumpel ihm einen Briefumschlag mit Geldscheinen gegeben. „Ich sollte das Geld übergeben. Es war so eine Art Rollenspiel“, sagt der 38-Jährige, der bereits wegen Betruges mehrfach vorbestraft ist. Hinterfragt habe er das Spiel erst bei den letzten beiden Malen. „Der Umschlag war offen, da sah ich , dass einige Scheine nur einseitig bedruckt waren“, sagt er.

Weder einen Nachnamen noch Adresse oder Telefonnummer habe er von dem Mann, der ihm angeblich das Falschgeld gegeben habe. Auch in den Aussagen der Prostituierten kommt kein zweiter Mann vor. Das Gericht will nun die Frauen als Zeugen aussagen lassen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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