Makler-Mord: War es Eifersucht?

Makler-Mord: War es Eifersucht?

23-jährige Angeklagte soll Beziehung zu Hans K. gehabt haben.

Düsseldorf. Zwei junge Solinger, ein 23-jähriger Kickboxer und eine 23-jährige Immobilienmaklerin, sollen den Tod des Düsseldorfer Immobilienkaufmanns Hans K. im Oktober 2008 kaltblütig geplant und umgesetzt haben. Die Kriminalpolizei hatte unter anderem DNA-Spuren der beiden Solinger am Tatort gefunden. Am Dienstag wurde der Mord-Prozess vor dem Landgericht eröffnet.

Polizisten hatten Hans K. am 25. Oktober tot in seinem Büro an der Bismarckstraße gefunden. Wie die WZ berichtete, war der Mann niedergestochen worden und verblutet. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass das Solinger Paar am Abend zuvor im Büro war und den 69-Jährigen geschlagen, getreten und anschließend mit Büroscheren auf ihn eingestochen habe. Es soll um Geld gegangen sein, denn das Paar war pleite.

Doch könnte hinter dem Tod des Immobilien-Maklers auch ein anderes Motiv als Habgier stecken: Eifersucht. Der 69-Jährige soll angeblich eine Beziehung zur der 23-jährigen Angeklagten gehabt und sie gedrängt haben, sich von ihrem Freund zu trennen. Als der Kampfsportler davon erfuhr, könnte er so in Rage geraten sein, dass er den Nebenbuhler totschlug.

Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen. Deswegen befragte das Gericht am Dienstag zwei Polizisten, die den Kickboxer nach seiner Festnahme am 27. Oktober vernommen hatten. Dabei hatte der Mann die Vorwürfe von sich gewiesen.

Er sei nicht am Tatort gewesen. Seine Freundin habe ihn am fraglichen Abend in einem Park abgesetzt, wo er mit dem Hund spazieren ging und sei zum Büro an der Bismarckstraße gefahren. Nach einer Stunde habe sie ihn wieder abgeholt. Fragen habe er nicht gestellt. Warum auch? "Ich bin ein Typ, der nicht groß nachfragt", hatte er in der Vernehmung gesagt. Eine Aussage der Frau wird für den 21. August erwartet.

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