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Männer versuchen Prostituierte in Düsseldorf mit Machete zu überfallen

Gerichtsprozess : Koch und Musiker versuchen Prostituierte in Düsseldorf mit Machete zu überfallen

Das Duo hatte aus Geldnot einen verrückten Plan geschmiedet. Der ging nicht auf, die beiden landeten jetzt auf der Anklagebank.

Eigentlich hat Marcel G. (26/ Name geändert) einen sehr guten Job in London. Als Gourmet-Chef in einem Spitzenlokal. Doch London ist teuer.

Und da versuchte er sich mit seinem Kumpel, dem Musiker Sam F. (20/Name ebenfalls geändert) als Ganove. Doch die Entführung war so planlos, dass man der Polizei direkt in die Arme lief. Am Montag saßen die beiden Hobby-Gangster kleinlaut auf der Anklagebank.

Die beiden hatten sich über einen gemeinsamen Freund in Düsseldorf kennengelernt. Hier ist Marcel G. aufgewachsen, lebt aber schon seit drei Jahren in London. Mit seiner Freundin, die bald ihren Doktor macht. Da man in unterschiedlichen Stadtteilen lebte, wurde das Geld knapp.

Marcel G.: „Der Auslöser für diesen Plan war, dass meine Freundin anrief und sagte, dass die Konten leer sind und ihr Kühlschrank auch.“

Und darüber sprach er auch mit Sam F.. Der wiederum hatte sich mit seiner Mutter zerstritten und saß auf der Straße. Geld konnte auch er gebrauchen. Da bekam er einen Tipp. Von wem, das wollte er aus Angst vor Rache nicht verraten. Nur, dass es in einer Wohnung bei einer Prostituierten viel Geld und Drogen zu holen gebe.

Also besorgte man sich eine Machete und ein Messer, um der Frau Angst einzujagen. Außerdem hatte man Paket-Klebeband dabei.

Um zwei Uhr in der Nacht klingelten die zwei an der Wohnung. Die Sturmhauben schon aufgesetzt. Die Richterin: „Das war sehr unbedarft und naiv.“ Denn natürlich schaute Jasmin D. (27) durch ihren Tür-Spion und entdeckte die beiden Maskierten davor. Sie alarmierte die Polizei.

Gemeinsam diskutierten die beiden Hobby-Ganoven noch, was sie jetzt tun sollten, als die Polizei kam. Sie flüchteten, beobachtet von Jasmin D., die Treppe hoch. Dort legten sie im obersten Stockwerke Waffen und Masken ab und schlenderten nach unten. Als seien sie normale Besucher im Haus. Doch darauf fiel die Polizei natürlich nicht rein.

Vor Gericht entschuldigten sich die Angeklagten beim Opfer.Die hatte später noch mal Besuch von Ganoven. Sie nimmt an, dass jemand aus Neid verbreitet, dass es bei ihr etwas zu holen sei.

Da Sam F. jetzt eine Wohnung hat und seinen Schulabschluss nachholen will, bekam er noch eine Bewährungsstrafe (ein Jahr). Sein Freund wurde zu zwei Jahren mit Bewährung verurteilt.