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Mädchenfußball spaltet die Düsseldorfer „Ampel“: Sport-Etat vertagt

Sportausschuss : Mädchenfußball spaltet die „Ampel“: Sport-Etat vertagt

Das gab es noch nie: Weil sich Grüne und FDP partout nicht einigen können, fiel die gesamte Haushaltsberatung im Sportbereich aus.

Die Sportpolitik war im Rathaus seit jeher ein Bereich, wo es noch so etwas wie die „Fraktion Düsseldorf“ gab, also einen sehr breiten Konsens aller Parteien. Damit ist es vorbei. Doch die Frontlinie verläuft nicht zwischen „Regierung“ (SPD, Grünen, FDP) und Opposition (CDU, Linke), vielmehr haben sich innerhalb der Ampel-Koalition Grüne und FDP bei einem Thema so dermaßen ineinander verbissen, dass deshalb am Mittwoch erstmals die gesamten Etatberatung im Sportausschuss ausfiel – und auf Antrag der Ampel in den Rat im Dezember verschoben wurde.

Worum geht es? Um die Förderung des Mädchen-Fußballs. Die ist den Grünen seit Jahren ein besonders wichtiges Anliegen, immer wieder wurden sie da vertröstet, jetzt sollten für 2020 endlich 100 000 Euro bereitgestellt werden. Mit dem Geld sollten die drei Vereine Tusa, CFR Links und TSV Urdenbach besondere Aktionen – etwa an Schulen – für den Mädchen-Fußball auflegen können. Doch die FDP-Sportpolitikerin Monika Lehmhaus lehnt das ab. Ihr ist die „totale Dominanz“ des Fußballs seit langem ein Dorn im Auge, deshalb wollte sie das Geld nur für eine Mädchen-Förderung von „Mannschaftssportarten“ freigeben. Es wurde immer wieder verhandelt, ohne Ergebnis. Die SPD versuchte mit einer Aufteilung (50:50) des Etatpostens zu vermitteln, scheiterte aber.

Und warum wurde dann nicht nur dieser Punkt verschoben, sondern gleich der ganze Sportetat? Weil die CDU offenbar Wind von dem Zerwürfnis bekommen hatte und clever ihrerseits diesen Haushaltsantrag einbrachte: „Mädchen- und Frauensport an der Basis fördern“. Den wollte die Ampel und insbesondere die Grünen natürlich auf keinen Fall öffentlich diskutieren. Wie man sich indes bis Dezember einigen will, bleibt schleierhaft.