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Machtkampf auf der Südtribüne: Polizei ist für Samstag alarmiert

Machtkampf auf der Südtribüne: Polizei ist für Samstag alarmiert

Der Einsatzleiter der Polizei, Hans-Joachim Kensbock-Rieso, will am Samstag Fans gezielt ansprechen und eine Eskalation verhindern.

Düsseldorf. Von dem Machtkampf unter den Fortuna-Fans auf der Südtribüne weiß auch die Polizei schon seit Monaten. Der Fußball-Einsatzleiter Hans-Joachim Kensbock-Rieso sagt: „Wir haben Kenntnis von Vorfällen in der Hinrunde an der Fan-Kneipe Kastanie und im Stadion selbst. Seitdem haben wir die Szene auch bei den Heimspielen verstärkt beobachtet.“ Zuletzt habe er die Lage aber ruhig eingeschätzt.

Doch die Schlägerei unter Fortuna-Fans in der Altstadt an Altweiber mit mehreren Verletzten erfordert im Hinblick auf das Heimspiel am Samstag gegen Paderborn erhöhte Wachsamkeit. „Unsere Szenekundigen Beamten recherchieren die Vorfälle. Die Handelnden auf beiden Seiten sind uns bekannt. Wir werden am Samstag darauf achten, was passiert“, sagt Kensbock-Rieso. Dazu gehört auch die Ansprache von Angehörigen der Hooligan-Szene durch Szenekundige Beamte (SKB): „Die kennen ihre Klientel teilweise seit mehr als 15 Jahren.“

Für den Einsatzleiter ist es neu, dass er auch ein Auge auf Konflikte innerhalb der Düsseldorfer Fangemeinde haben muss: „Das war jahrelang nicht nötig.“ Der Hintergund ist für Polizeidirektor Kensbock-Rieso klar. „Es ist ein Streit zwischen älteren Hooligans und der Gruppe der Ultras.“ Dass dahinter eine politische Dimension steckt, glaubt er aber nicht. Zum einen gebe es bei den „Hools“ nur einen Kandidaten mit polizeibekannter rechtsradikaler Vergangenheit: „Die rechte Szene ist in Düsseldorf zum Glück sehr klein.“

Zum anderen könne man die Ultras auch nicht als politisch extrem links bezeichnen: „Sie beteiligen sich an Aktionen zu Toleranz und gegen Rassismus oder die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Aber sie sind keine linken Aktivisten.“ Von einer zu starken Politisierung irgendeiner Gruppe könne keine Rede sein. Vielmehr sei einigen gewaltbereiten Fans die Ultra-Gruppe „zu mächtig“ geworden: „Es geht darum, wer das Sagen hat. Und im Moment sind es die Ultras, die darunter zu leiden haben.“

Kensbock-Rieso hofft, dass es nicht so weit kommt wie bei Preußen Münster, wo bei jedem Spiel rivalisierende Fangruppen des Klubs von Polizeikräften getrennt werden müssen. Die neue AG soll dabei helfen (siehe Kasten).

Im Internet diskutierten die Fans der Fortuna den Machtkampf auf der Südtribüne am Donnerstag heftig. Eindeutiger Tenor im 95er-Forum und auf der WZ-Homepage: Die Gewalt schadet dem Ansehen des Vereins. Und: Fortuna-Fans sollten immer zusammenhalten.