Zu wertvoll: Leichtathletik-Preis „nackter Mann“ wird nicht vergeben

Historische Statue : Zu wertvoll: „Nackter Mann“ wird nicht vergeben

Berühmte Statue sollte nach 40 Jahren wieder als Wanderpreis für den besten Düsseldorfer Nachwuchs-Mehrkämpfer fungieren.

Vor 90 Jahren war sie bei den „Düsseldorfer Kampfspielen“ erstmals als Wanderpreis an den Sieger im Fünfkampf vergeben worden: die sechs Kilogramm schwere Statue aus Zinn und Kupfer vom Frankfurter Künstler Carls Stocks. 1943 wurde das Leichtathletik-Meeting in „Wilhelm-Unger-Spiele“ umbenannt, aber das Prozedere blieb dasselbe, der Sieger des Fünfkampfs bekam die begehrte Figur, die einen hohen Kupferwert hat und deren künstlerischer Wert im fünfstelligen Bereich liegen soll. Zuletzt hatte der heute 78-jährige Werner Eikmeier vom ART, 1972 Olympiakandidat für die Spiele in München, den Preis gewonnen und durfte ihn nach dreimaligem Gewinn hintereinander für immer behalten. Das war 1968.

Vor kurzem übergab Eikmeier die schwere Statue nach 40 Jahren an den ART-Förderverein. Eikmeiers Wunsch war es, dass sie am kommenden Sonntag beim ART-Advent-Indoor-Meeting wieder zum Wanderpreis für den besten Düsseldorfer Nachwuchs-Mehrkämpfer aus dem vergangenen Sommer wird. Doch den Plan gab der ART-Förderverein nun bei seinem Stammtisch am vergangenen Freitag nach heftiger Diskussion auf. „Die Statue soll ins Stadtmuseum, die ist viel zu wertvoll“, hieß es. Viele halten die Skulptur, die über Jahrzehnte nur „nackter Mann“ hieß, als Preis für Jugendliche nicht mehr für zeitgemäß. Der Förderverein will nun erst mal weiter beraten, was mit der wertvollen Statue geschehen soll. Sie bleibt weiterhin unter sicherem Verschluss an einer nicht weiter benannten Stelle.

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