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West erlebt Debakel und verliert die Spitze

West erlebt Debakel und verliert die Spitze

Beim Abschied von Yuto Nakamura siegt der 1. FC Bocholt mit 5:0. Der DSC 99 hat gegen Velbert keine Chance.

Sein letztes Spiel im Dress des SC West hatte sich Abwehrspieler Yuto Nakamura sicherlich anders vorgestellt. Der Japaner, der aus beruflichen Gründen zurück in seine Heimat geht, und seine Teamkollegen unterlagen dem 1. FC Bocholt gestern mit 0:5 (0:2). „Ich bin traurig“, sagte Nakamura nach dem Spiel. Das lag trotz desolater Vorstellung seines Teams aber mehr am Abschied als an der zweiten Saisonniederlage, die auch den Verlust des Spitzenplatzes zur Folge hatte.

Dabei waren die Rollen eigentlich klar verteilt. Als Tabellenführer der Fußball-Oberliga ging der SC West als hoher Favorit ins Spiel. Auf der einen Seite die Mannschaft von Trainer Marcus John, die fünf ihrer vergangenen sechs Ligaspiele siegreich gestalten konnte, auf der anderen die Gäste vom Niederrhein, die trotz namhafter Verstärkung vor dem Spieltag auf Rang 16 notiert waren und demzufolge in latenter Abstiegsgefahr schweben.

Nach zerfahrenem Beginn war es aber nicht der SC West, der das Kommando übernahm und schnelles Kombinationsspiel zeigte. Bocholt trat hingegen offensiv auf und hatte mehr vom Spiel. Folgerichtig gingen die Gäste in der 26. Spielminute in Führung. André Bugla traf mit einem direkten Freistoß aus halblinker Position. Alexander von Ameln im Tor des Tabellenführers sah dabei zumindest unglücklich aus, auch wenn der Ball genau im Winkel einschlug.

Mehr als zwei halbgare Kopfballchancen brachten die Platzherren in den ersten 45 Minuten nicht zustande. Dennis Ordelheide (12.) und Nakamura (33.) fehlte es aber an Präzision und Druck. Ganz anders die Gäste: Bocholt war in den Zweikämpfen fast immer einen Schritt schneller und robuster. Einen sehenswerten Konter schloss Philipp Goris (33.) zum 2:0 ab. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war den Zuschauern auf der Anlage an der Schorlemerstraße klar, dass ihr Team einen extrem schlechten Tag erwischt hatte. Mit dem 0:3 kurz nach dem Seitenwechsel, abermals durch Bocholts Topstürmer Goris (53.) war die Partie entschieden. Der hatte aber noch nicht genug, erzielte zehn Minuten später seinen dritten Treffer an diesem Nachmittag und machte das Debakel für den SC West damit perfekt. Der für den Mann des Tages eingewechselte Patrick Nemec setzte den Schlusspunkt (84.). „Wir waren durch die Bank schlecht“, sagte West-Trainer Marcus John. „Nur dann kommt so ein Ergebnis zustande. Ich hatte vor Bocholt gewarnt. Individuell ist das eine gute Truppe. Unterschätzt haben wir sie nicht.“

SC West: von Ameln - Cetin, Nakamura (75. Kasela Mbona), Weiler, Commodore - Hobson-McVeigh (46. Stutz), Zilgens, Ewertz, Zieba (57. Bobyrew) - Ordelheide, Deuß

Tore: 0:1 (26.) Bugla, 0:2/0:3/0:4 (34./53./63.) Goris, 0:5 (84.) Nemec

Der Düsseldorfer SC komplettierte den schwarzen Tag für die Düsseldorfer Fußball-Oberligisten. Noch einen Gegentreffer mehr als der SC West musste der DSC 99 gestern schlucken. Bei der SSVg Velbert kam das Team von Trainer Jörg Vollack mit 2:6 (0:4) unter die Räder. Bereits nach 35 Minuten lagen die Derendorfer aussichtslos mit 0:4 hinten. Pascal Ryboth (58.) zum 1:5 und Tim Christopher Becker (69.) zum 2:5 gestalteten das Resultat Mitte der zweiten Hälfte etwas erträglicher. Doch die Gastgeber machten das halbe Dutzend noch voll.

Der DSC bleibt mit fünf Punkten Tabellenschlusslicht. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt nun bereits acht Zähler.

DSC 99: Savonis - Al-Bazaz, Driouch, Ryboth, Matic - Rath, Ryboth, Öncü - Nadir, Becker, Tekiadiomona

Tore: 1:0 (5.) Wagener, 2:0/3:0 (22./32.) Aydin, 4:0/5:0 (35./46.) 5:1 (58.) Ryboth, 5:2 (69.) Becker, 6:2 (89.) Kuznik