DSC-Frauen spielen die Aufstiegsrelegation Zwischen Stolz und Abschiedsschmerz

Düsseldorf · Lena Röwer bestreitet mit der anstehenden Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga ihre letzten Volleyballspiele.

 Diagonalangreiferin Lena Röwer im Spiel gegen Hürth.

Diagonalangreiferin Lena Röwer im Spiel gegen Hürth.

Foto: RP/Ralph-Derek Schröder

Der Abschied tut weh, doch er ist unvermeidlich. Für Lena Röwer ist es eine Achterbahn der Gefühle, als sie sich dazu entscheiden muss, ihre Volleyballkarriere zu beenden. Mit 27 Jahren, auf dem Höhepunkt ihres sportlichen Potenzials, entscheidet sie sich dafür, alle Kraft ihrem Beruf zu widmen. Als Assistenzärztin mit Schichtdienst braucht sie unerbittlich auch jene Zeit und Energie, die sie so gerne in das Volleyballspiel gesteckt hätte.

Die Vorstellung, ihre Mannschaft vor dem Aufstieg in die 3. Liga zu sehen, ist sowohl bittersüß als auch herzzerreißend. Die Entscheidungsspiele gegen Blau-Weiß Lohne, die bevorstehen, sind wie ein letzter Tanz auf der Bühne, ein Abschiedsgruß an die Sportart, die die sprungstarke Diagonalangreiferin so sehr liebt und die sie jahrelang mit Leidenschaft verfolgt hat.

Es ist ein Fest, aber gleichzeitig auch ein Abschied. Ein letztes Mal wird sie in ihrem Trikot auflaufen, ihre Mannschaft anfeuern und alles geben. Doch danach wird Schluss sein. „Ich werde im Notfall bereitstehen können“, sagt sie. Aber die Realität der neue Verantwortung als Ärztin lasse keinen Raum mehr für das intensive Training und die regelmäßigen Spiele. „Wenn ich etwas mache, dann möchte ich das auch mit 100 Prozent machen“, sagt sie. „Im Volleyball käme ich vielleicht noch auf 30 Prozent. Das mache ich nicht.“ Bezeichnend: In dieser Woche, der vor den beiden Entscheidungsspielen um den Aufstieg, hat sie wegen ihres Spätdienstes bis auf das Abschlusstraining am Donnerstag alle Übungseinheiten verpasst. Die Gewissheit, dass sie nicht mehr mit vollem Einsatz dabei sein kann, nagt an ihr. Sie will sich nicht nur halbherzig in das Teamgeschehen einbringen, sondern weiß, dass sie den Standards, die sie sich selbst setzt, nicht gerecht werden kann. Der Gedanke, ihre Mannschaft zu verlassen, schmerzt sie zutiefst, denn der Zusammenhalt, den sie mit ihren Teamkollegen erlebt hat, war immer der Hauptgrund dafür, dass sie dem Verein treu geblieben ist. Trotz der Versuchung und der Angebote von Klubs aus höheren Ligen, hat sie immer an ihrer Mannschaft festgehalten. Nun, da das Team kurz vor dem größten Triumph seiner Geschichte steht (nie hat ein Volleyballteam des DSC 99 in der 3. Liga gespielt), ist es für Lena Röwer eine Mischung aus Stolz und Trauer. Sie wird sie vermissen, die Trainingseinheiten, die Spiele, den Jubel nach einem Sieg und die Unterstützung in schwierigen Zeiten.

Als Drittklässlerin hatte sie mit dem Volleyballspiel begonnen. „Meine ältere Schwester hatte mich damals mal mitgenommen. Es war Liebe auf den ersten Blick.“ Das Zusammenspiel habe sie vom ersten Augenblick an gefesselt, diese Energie der Gruppe. 2016 war sie mit Beginn ihres Studiums in Düsseldorf vom TV Königshardt zum DSC 99 gewechselt. Bei ihrem Heimatklub in Oberhausen hatte sie zunächst in der Verbandsliga gespielt, dann ging es steil nach oben. Beim DSC 99 unter Trainer Pascal Reis war es dann die Oberliga. Schon in ihrem ersten Jahr in Düsseldorf folgte der Aufstieg in die Regionalliga. „Wir stiegen als Meister auf. Das wird immer zu meinen schönsten Erlebnissen im Sport zählen“, sagt sie.

Das gemeinsame Erleben und die damit verbundene Dynamik, die unzähligen Stunden des Trainings, die Höhen und Tiefen der Spiele, die Siege und Niederlagen – all schaffte die Bindung, die für Lena Röwer über den Sport hinausgeht. Es ist nicht nur der sportliche Erfolg an sich, der diesen unvergesslichen Moment so besonders macht, sondern auch die Erinnerung an die harte Arbeit, den Einsatz und die Unterstützung, die das Team gemeinsam geleistet hat. Diese Erfahrung wird für immer bleiben und daran erinnern, was möglich ist, wenn man zusammenarbeitet und sich gegenseitig unterstützt.

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