Handball: Vikings müssen Sponsoren und Zuschauer mobilisieren

Handball: Vikings müssen Sponsoren und Zuschauer mobilisieren

Der Saisonauftakt hat Mut gemacht. Der Zweitligist will einen Schritt nach dem anderen gehen und zunächst die Klasse halten.

Düsseldorf. Es ist wohl der letzte Versuch. Sehr große Hoffnungen werden mit dem Projekt HC Rhein Vikings verbunden, um mal wieder Profi-Handball in Düsseldorf nicht nur salonfähig zu machen, sondern auch auf Dauer erfolgreich zu etablieren. Erfolgreich heißt, dass der Weg des Zweitligisten irgendwann in die Bundesliga führt. Und dort soll dann sogar die Entwicklung nach weiter oben gehen. Die Macher der Rhein Vikings sagen, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit ihrer Vorgänger gelernt hätten. Handball hat in Düsseldorf schon einmal funktioniert. Aber das ist lange her.

Mit der HSG, dem DDHC Rheinland und anderen Versuchen wurden in jüngerer Vergangenheit immer mehrere Schritte auf einmal ausgeführt, ohne eine echte Basis zu haben oder auf einer solchen aufbauen zu können. Es gab nicht genügend finanzkräftige Sponsoren, letztlich auch nicht die richtigen Spieler. Das Knowhow, um seriöse Aufbauarbeit zu leisten, die nötig ist, um in einer Sportart oben mitzuspielen, die eindeutig im Schatten des Fußballs steht, gab es ebenfalls nur äußerst eingeschränkt.

„Wir werden diese Fehler hoffentlich nicht erneut machen“, sagt René Witte der Geschäftsführer der Vikings, die aus einer Verbindung des Neusser HV und des ART Düsseldorf hervorgegangen sind. Als klar war, dass der Weg der Neusser in die 2. Liga führte, wurden von der in dieser Sache auch finanziell sehr engagierten Stadt Düsseldorf die Gespräche intensiviert und eine Basis gefunden, die beiden Vereine zusammenzubringen. „Ja, wir sind eine Retorte“, sagt Witte, „aber warum soll es deshalb Probleme geben?“ Mit einem Drei-Jahres-Plan werde nun gearbeitet. Damit habe der Neusser HV gute Erfahrungen gemacht, selbst als es Rückschläge gab.

Wie effizient und gut das kleine Team der Vikings arbeitet, konnte man bei der Saisoneröffnung registrieren, als nicht nur das Spiel gegen Rekordmeister THW Kiel reibungslos organisiert wurde, sondern auch alles, was damit zusammenhing. Von der Parkplatzregelung bis zur Vip-Betreuung lief alles bestens, wenn auch noch nicht optimal. Auch da müsse man noch lernen, der Anfang ist aber (gut) gemacht.

Sportlich wird nicht das Blaue vom Himmel versprochen. Von einer reinen „Durchgangsstation“ in Bezug auf die 2. Liga will bei den Vikings niemand etwas wissen. „Wir wollen im ersten Jahr den Klassenerhalt möglichst frühzeitig schaffen“, sagt Trainer Ceven Klatt. „Höhere Ziele setzen wir uns zunächst nicht.“

Das große Problem des Handball-Projektes wird der Publikumszuspruch sein, an dem die Vorgängermodelle hauptsächlich gescheitert sind. „Natürlich müssen wir jetzt weiter werben, und wir wissen, dass die 3300 Zuschauer des Saisonauftaktes im Ligaalltag nicht alle wiederkommen werden“, sagte René Witte. „Aber wir leben hier in einer Metropolregion, und aus unserer Sicht ist es nicht utopisch, 1000 Handball-Fans im Schnitt zu unseren Heimspielen begrüßen zu können.“ Die Spiele vor eigenem Publikum finden alle in Düsseldorf statt. „Wir wollen weg von der Trennung und hin zum Gemeinsamen zwischen Neuss und Düsseldorf“, sagte Witte, der viele Neusser beim Kiel-Spiel begrüßen konnte. „Die 20 Minuten Anfahrt über die Brücke können wir unseren Neusser Fans durchaus zutrauen.“ Aber auch da kommt es sicherlich darauf an, ob die Wikinger mit Kopf, Leidenschaft und Erfolg spielen werden.