TuS Gerresheim springt an die Spitze der Kreisliga A

Fußball-Kreisliga A : TuS Gerresheim springt an die Spitze

Der Kreisliga-Spitzenreiter SC Unterbach wird bei seiner ersten Saisonniederlage regelrecht abgeschossen, der TuS Gerresheim siegt und zieht vorbei.

Es hat lange gedauert, bis die Fußballer des SC Unterbach ihre erste Saisonniederlage hinnehmen musste. Wochenlang standen sie an der Spitze der Kreisliga A. Nun ist es passiert, und die Packung war dermaßen deutlich, dass sich nicht wenige Zuschauer fragten, ob das da auf dem Platz wirklich der ungeschlagene Tabellenführer sein soll. Ja, er war es, was die SG Benrath-Hassels aber nicht daran hinderte, die Unterbacher abzuschießen. Bereits in der ersten Minute erzielte Velji Velija den ersten seiner drei Treffer, den Rest besorgten Dzenis Dergic und Tansu Tokmak, am Ende stand es 5:0 für die SG.

Das sorgte wenige Kilometer entfernt von Unterbach für beste Laune. Genauer gesagt: beim TuS Gerresheim. Der nutze den Aussetzer des Spitzenreiters, gewann sein Spiel gegen den DSC 99 II mit 4:1 und sprang selbst an die Spitze. Nun sieht es so aus, als könnte der TuS nach 22 Jahren in der Kreisliga A endlich aufsteigen.

In Gerresheim wird konsequent rotiert

Der Mann hinter dem Erfolg ist Trainer Christian Schmitz, früher lange beim Rather SV und bei anderen höherklassigen Klubs an der Seitenlinie. Schmitz hat viel umgebaut im Verein. Vor allem hat er den Kader vergrößert. Knapp 30 Mann gehören zur ersten Mannschaft. Doch das stört den Coach nicht, viel mehr sagt er: „Man braucht heute so viele Spieler, weil das Berufliche immer wichtiger wird und nicht jeder jede Woche kann.“ Und wenn doch mal über Wochen alle da sind, wird eben rotiert. „Selbst als wir hintereinander 9:0, 9:1 und 8:1 gewonnen haben, habe ich danach vier Mann ausgetauscht, mein Co-Trainer hat fast einen Herzinfarkt bekommen“, sagt Schmitz und vergleicht das Innenleben einer Mannschaft mit einer Ehe: „Auch da gibt es nicht nur Harmonie, man muss sich auch mal streiten.“

Anlass zum Streit gibt es derzeit aber kaum. Alle Mannschaftsteile funktionieren, besonders die Offensive mit den Torjägern Hakan Simsek (24 Tore) und Felix Liesenhoff (9), auch dahinter gibt es genügend Talent. Zudem ist der Kader variabel: Ob 4-2-3-1 oder 4-3-3 — die Gerresheimer beherrschen verschiedene Systeme.

Wie weit es diese Saison gehen kann, darauf möchte Trainer Schmitz keine Antwort geben. Er sagt nur: „Unser Motto lautet: viel Fleiß und viel Mut. Ich bin selber gespannt auf die Entwicklung und ob die Jungs es gewohnt sind, gejagt zu werden. Als Tabellenführer ist das alles etwas ganz, ganz Anderes.“bes

(bes)
Mehr von Westdeutsche Zeitung