TuRU-Trainer Sisic: Wir sind einfach zu harmlos

Fußball : TuRU-Trainer Sisic: Wir sind einfach zu harmlos

Die TuRU unterliegt zuhause Schonnebeck mit 0:1. SC West muss sich nach dem 2:4 in Baumberg nach unten orientieren.

Aus der Gästekabine im Stadion an der Feuerbachstraße dröhnte nach Spielschluss laute Schlagermusik. Die textsicheren Spieler der Spielvereinigung Schonnebeck sangen mit und bauten in den Refrain immer wieder den Namen „Marc Enger“ ein. Das hatte seinen Grund. Denn jener Marc Enger war in den 90 Minuten zuvor seinen Rollen als Kapitän und Torjäger vorbildlich nachgekommen und hatte mit seinem goldenen Treffer den 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg über die TuRU sicher gestellt. Der bullige Angreifer mit der Gesichtsmaske machte den kleinen, aber feinen Unterschied in einer Partie, die Schonnebecks Trainer Dirk Tönnies völlig zutreffend als „spielerisch nicht hochklassig“ einstufte.

Vor lediglich 70 Zuschauern spielte sich das von Zweikämpfen geprägte Geschehen im Wesentlichen zwischen den beiden Strafräumen ab. Die TuRU war dabei bemüht, den dichten Abwehrriegel der körperlich robusten Gäste zu knacken, fand aber nur selten die geeigneten Mittel. Erst kurz vor der Pause wurde es einmal gefährlich, doch Jacub Przybylkos Schuss aus spitzem Winkel war dann zu unplatziert (44.). So sehr sich insbesondere Tim Galleski und Jacob Ballah auch bemühten, Druck aus dem Mittelfeld zu entfachen, kam die TuRU kaum einmal in zwingende Abschlusssituationen.

Auf der anderen Seite ließ Marc Enger in den entscheidenden Momenten hingegen seine Klasse aufblitzen. Der massige Stürmer lief nicht viel, hielt in vorderster Front aber Bälle fest und war kurz nach der Pause nach einem Steilpass in den Strafraum zur Stelle und schob den Ball eiskalt vorbei an Björn Nowicki zum 1:0-Endstand. „Es war ein intensives Spiel, in dem der Gegner mit dem ersten richtigen Schuss auf unser Tor in Führung geht. Wir hingegen sind momentan vorne zu harmlos“, sagte TuRU-Trainer Samir Sisic.

TuRU: Nowicki - Beric, Rey, Hotic, Reitz - Galleski (75. Nimoh), Ozan, Funk (85.) Naciri, Ayas, Ballah (76. Ferati) - Przybylko Tore: 0:1 (47.) Enger

SC West kassiert drei Gegentore in kürzester Zeit gegen Baumberg

Ein fünfminütiger Tiefschlaf im Kollektiv brachte den SC West bei den Sportfreunden Baumberg um mögliche Punkte. „Hier war auf jeden Fall mehr für uns drin. Die Art und Weise, wie wir innerhalb weniger Minuten gleich drei Gegentore kassieren, ist unerklärlich. Natürlich müssen wir jetzt erst einmal den Blick nach unten richten“, sagte Wests Trainer Julien Schneider nach der 2:4 (0:3)-Niederlage in Baumberg. Die Oberkasseler begannen eigentlich ordentlich, leisteten sich dann aber Mitte des ersten Abschnitts schwere Fehler in Reihe. „Vor dem 0:1 haben wir selbst Einwurf, beim 0:2 lassen wir uns von einem Pass über 80 Meter überrumpeln. Und der Elfmeter zum 0:3 passt dann auch ins Bild“, sagte Schneider. Immerhin gelang es den Gästen danach, noch einmal in die Partie zurückzufinden. Sicherlich hilfreich war dabei das schnelle Anschlusstor von Andrej Hildenberg direkt nach dem Seitenwechsel (51.). Selbst nach Robin Hömigs drittem Tor zum 1:4 (61.) war West noch nicht völlig abgeschrieben. Maciej Zieba hatte per Strafstoß die große Chance, sein Team noch einmal heran zu bringen, scheiterte aber. „Das hat uns dann irgendwie den Stecker gezogen“, meinte Schneider. So war das 2:4 durch Rico Weiler, der einen weiteren berechtigten Elfmeter verwandelte, nur noch Makulatur.

SC West: Siebenbach - Cetin, Weiler, Commodore, Stefanovski, Gyasi, Zilgens, Bratei (46. Stutz), Zieba, Ordelheide (64. Deuß), Hildenberg (73. Ribeiro); Tore: 1:0 (22.) Hömig, 2:0 (24.) Klotz, 3:0 (28.) Hömig, 3:1 (51.) Hildenberg, 4:1 (64.) Hömig, 4:2 (86.) Weiler

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